Ermittlungen gegen Fahrer wegen dreifacher fahrlässiger Tötung

Gutachten zum tödlichen A7-Unfall: Lkw hatte keine technischen Mängel

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Ungeheure Wucht: Mit diesem Sattelzug fuhr der Tscheche bei Guxhagen am Stauende in einen anderen Lkw und verursachte dadurch den Tod einer Familie aus Norddeutschland. Sie starb in ihrem Wohnmobil. 

Guxhagen. Der Lkw, mit dem ein 50-Jähriger auf der A7 bei Guxhagen in ein Stauende gefahren war und dadurch den Tod einer Familie verursacht hatte , war technisch in Ordnung.

„Aus dem Gutachten ergibt sich, dass das Fahrzeug keine Mängel hatte“, sagte Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, am Freitag auf HNA-Anfrage. Zu der Frage, warum es vor der Baustelle dennoch zu dem folgenschweren Unfall kommen konnte, sagte Wied nichts. Er verwies auf die laufenden Ermittlungen seiner Behörde.

Wie berichtet, waren bei dem Unfall ein Ehepaar aus dem Raum Oldenburg und seine elfjährige Tochter in einem Wohnmobil tödlich verletzt worden. Die Familie war auf dem Rückweg aus dem Urlaub. Die zweite Tochter, die früher nach Hause gefahren war, wurde durch den Unfall zur Vollwaise.

Der Tscheche, der bei dem Unfall selbst schwer verletzt wurde, ist bereits vor einigen Wochen in seine Heimat zurückgekehrt. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Wied hat er sich bislang noch nicht weiter zu dem Unfallgeschehen geäußert. Die Ermittlungsbehörde stehe allerdings über den deutschen Rechtsanwalt des Beschuldigten mit dem Mann in Verbindung.

Gegen den Lkw-Fahrer wird wegen fahrlässiger Tötung in drei Fällen ermittelt. Bei seiner Vernehmung in einer Kasseler Klinik kurz nach dem Unfall hatte er angegeben, sich an das Geschehen nicht zu erinnern. Bei der Staatsanwaltschaft Kassel geht man aber davon aus, dass sich der Beschuldigte über seinen Verteidiger noch äußern wird. Ob, und wenn ja wann es zu einem Gerichtsverfahren gegen den Unfallverursacher kommen wird, konnte Wied nicht sagen. Dies hänge vom Ausgang der Ermittlungen ab. Wie berichtet, könnte ein Verfahren gegen den Lkw-Fahrer auch vor einem tschechischen Gericht geführt werden.

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Nach dem Unfall hatte die Straßenbaubehörde Hessen Mobil die Sicherheit an der Baustelle verbessert. Unter anderem wurden dort LED-Warnanzeigen installiert.

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