Beatrice Toka ist neue Ärztin in Dennhausen

Kamerunerin hat Praxis von langjährigem Fuldabrücker Arzt übernommen

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Seit Mitte des Jahres neu in Fuldabrück: Beatrice Toka, Ärztin für Innere Medizin (rechts), hat die Praxis von Dr. Turhan Cubukcu übernommen. Die Arzthelferinnen Bettina Buhre (links) und Regina Fischer arbeiten schon länger in der Praxis und unterstützen sie. 

Fuldabrück. Nachfolger für eine Arztpraxis auf dem Land zu finden, ist oft schwer. Beatrice Toka aus Kamerun hat die Praxis von Dr. Turhan Cubukcu sofort übernommen.

Wenn ein Hausarzt auf dem Land in Rente geht oder seinen Sitz aus anderen Gründen aufgibt, kann es oft sehr schwer sein, einen Nachfolger zu finden. Ganz anders im Fuldabrücker Ortsteil Dennhausen/-Dittershausen: Dort folgte Beatrice Toka nahtlos auf Dr. Turhan Cubukcu, der seine Praxis aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste. 

Beatrice Toka wusste schon während ihrer Facharztausbildung im Kasseler Marienkrankenhaus, dass sie mal Hausärztin werden will. Trotzdem: „Als dunkelhäutige Ärztin in eine Praxis aufs Land zu gehen, war ein Risiko. Ich wusste nicht, ob die Patienten zu mir kommen“ Diese Sorge ist mittlerweile nicht mehr da. Die 42-Jährige arbeitet seit Juni in Denn/-Dittershausen, war erst die Vertretung des früheren Arztes und ist seit dem 1. Juli offiziell allein verantwortlich. „Es läuft gut“, sagt die Fachärztin für Innere Medizin. „Der Anfang war nicht leicht, aber die Arbeit gefällt mir wirklich sehr.“

Nach Fuldabrück kam Toka durch eine Krankenschwester, mit der sie im Marienkrankenhaus zusammengearbeitet hatte. „Sie hat mich überredet“, sagt die Mutter eines Sohnes lachend. Toka wohnt mit ihrer Familie in Kassel und will auch dort bleiben. „Ich will Berufliches und Privates trennen. Mein Arbeitsort soll nicht gleichzeitig mein Wohnort sein.“

Dass sie überhaupt als Ärztin in Deutschland arbeiten würde, war nicht geplant. „Eigentlich wollte ich hier nur studieren und dann wieder zurück in meine Heimat nach Kamerun.“ Doch am Ende habe sie sich doch eher mit der deutschen Arbeitsweise und Struktur identifizieren können. „In Kamerun gibt es beispielsweise keine Krankenversicherung. Wer kein Geld hat, bekommt auch keinen Arzt.“ Außerdem dauere alles länger. „Da gefällt mir das deutsche System besser.“ Da Kamerun ein Land sei, dessen Abiturabschluss auch hier in Deutschland anerkannt werde, gebe es viele Menschen, die für ein Medizinstudium ins Land kämen.

Die 42-Jährige hat ihre Entscheidung nicht bereut. Auch die nicht, dass sie das Kasseler Krankenhaus für eine eigene Praxis auf dem Land verlassen hat. „Als Hausärztin hat man viele Vorteile im Gegensatz zu der Arbeit in einer großen Klinik“, sagt Toka. „Alles ist viel persönlicher und man kann sich mehr Zeit für die Patienten nehmen.“

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