Videoreportage: Der Weg eines Pakets

Neue Zustellbasis der Post fertigt täglich 10.000 Sendungen ab

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Jedes Paket wird registriert: Zusteller Martin Sternhagen steht am Ende der Rutsche und scannt den Strichcode, bevor er die Sendung in seinen Transporter lädt. Von der Zustellbasis in Fuldabrück aus beliefert er Haushalte in Kassel und Umgebung.

Fuldabrück. Vor Weihnachten herrscht Ausnahmezustand in der neuen Zustellbasis der Post in Fuldabrück. Wir haben ein Paket auf die Reise geschickt und es im Video begleitet.

Es ist halb vier Uhr in der Nacht, als die ersten Lkw vor der neuen mechanisierten Zustellbasis der Deutschen Post im Industriegebiet Kassel-Waldau ankommen. 30 dieser Lastwagen können gleichzeitig vor den Rolltoren des riesigen Flachbaus aus Beton halten.

Routiniert beginnen die Paketfahrer, ihre Fracht auf ein meterlanges Förderband zu laden. Auch ein Paket mit leuchtend rotem HNA-Aufkleber ist darunter. 30 Kilometer wurde es in der Nacht vom Paketzentrum in Staufenberg-Lutterberg (Landkreis Göttingen) über die Autobahn 7 nach Fuldabrück transportiert. Bald rattert es inmitten anderer Pakete, Schrankkoffer oder sperriger Möbelstücke über Metallwalzen in die rund 5000 Quadratmeter große Halle. Hier wird es merklich lauter, doch von Hektik keine Spur.

„Was in den bisher üblichen Zustellbasen per Hand erledigt wird, geschieht in Kassel automatisch“, erklärt Abteilungsleiterin Bettina Bartsch, während Tausende Pakete an ihr vorbeirauschen.

Scannen, erkennen, ordnen 

Jede einzelne Sendung ist seit ihrer Aufgabe in der Postfiliale mit einem individuellen Strichcode versehen. In der Zustellbasis erkennt ein Decodierungs-Scanner nun Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort des Empfängers. Das HNA-Paket soll in die Frankfurter Straße 168. Per Lichtsignal wird die Sendung einer von 60 Kastenrutschen zugeordnet, an deren Ende es vom entsprechenden Zusteller in Empfang genommen wird.

„Durch die Bearbeitung der Pakete direkt in der Zustellbasis sparen wir Zeit und erreichen eine noch schnellere Auslieferung an die Kunden“, erklärt Bartsch. Das sei auch nötig, denn im Internetzeitalter müsse sich die Post an veränderte Kundenwünsche anpassen. Heute bestellt, morgen geliefert - die Versprechungen der Internet-Anbieter wollen erfüllt werden.

Gerade vor Weihnachten verschärfe sich die Situation zusätzlich: Geschäftskunden werden belohnt, Freunde gegrüßt und Familienmitglieder beschenkt. Mehr als genug Arbeit für Paketzusteller wie Martin Sternhagen aus Kassel. Pünktlich um sieben Uhr steht er neben 29 Kollegen an den Kastenrutschen. Die Ladefläche seines Transporters dockt hinter ihm am Rolltor zur Halle an.

Fotos: Der Weg eines Pakets

Der Weg eines Pakets über die Mechanische Zustellbasis in Fuldabrück

Bevor er sich auf den Weg machen und Haushalte im Raum Kassel beliefern kann, registriert er alle Sendungen mit einem Handscanner - auch die Testsendung. Danach sortiert er die Pakete grob vor und belädt den Transporter.

Wie jeder Paketzusteller muss er ordentlich Kraft in den Armen haben: Bis 31,5 Kilogramm darf ein Paket wiegen; Sendungen, die schwerer sind, werden gesondert behandelt. Etwa 130 Pakete stellt Sternhagen am Tag zu. Am Nachmittag ist sein Arbeitstag beendet - wenn alle Pakete in kürzester Zeit beim Empfänger angekommen sind.

Keine höhere Belastung für Gemeinden

Die neue Zustellbasis der Post in Fuldabrück wurde Anfang Oktober in Betrieb genommen. Seitdem wird das Areal mit 13.600 Quadratmetern Fläche von unzähligen Lkw und Transportern aus dem DHL-Paketzentrum Staufenberg-Lutterberg angefahren.

Für die Wohngebiete in Lohfelden, Bergshausen und Waldau bedeute das aber keine höhere Verkehrsbelastung, meint Michael Hess vom Zweckverband Raum Kassel: „Die Basis liegt direkt im Güterverkehrszentrum und verfügt mit dem Lohfeldener Rüssel über einen eigenen Autobahnanschluss an die A7.“ Darauf sei bereits in der Planungsphase größter Wert gelegt worden, heißt es.

Von Emily Spanel

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