Bei Diakom in Fuldabrück: Kreativkurse für mehr Selbstbewusstsein

Werkstattleiter: Markus Siebert.

Baunatal/Fuldabrück. Bei Diakom in Fuldabrück, einer Einrichtung der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS), entsteht aus alten Holzpaletten und Stoffresten Kunst.

Lichterketten aus alten Stoffen, Bilderrahmen aus Holzpaletten und Windlichter aus Pappe. Die Leitung des „Upcycling“-Projekts hat die Produktdesignerin Anett Krumbein, die sich seit einem halben Jahr ehrenamtlich engagiert.

Aus Alt wird Neu: Produktdesignerin Anett Krumbein (von links) näht mit den Werkstattmitarbeiterinnen Annette Thormann, Bozˇurka Fazio und Julia Wagner Behälter aus Stoff. Fotos: De Filippo

Für die Mitarbeiter der Werkstatt - bei Diakom sind das Menschen mit psychischen Erkrankungen - sei der Kreativkurs eine besondere Erfahrung. „Denn etwas Schönes zu gestalten, kann auch therapeutisch sehr gut sein“, erklärt Werkstattleiter Markus Siebert. Die Teilnehmer entdeckten neue Seiten an sich, und auch fürs Selbstwertgefühl sei der Kurs positiv: „Alle sind stolz auf ihre selbst hergestellten Produkte.“ Die Idee zum Projekt hatte Anett Krumbein, die nach ihrem Studium an der Kasseler Kunsthochschule eine Zeit lang in Wien lebte und arbeitete. „Ich habe einen Teilzeitjob und wollte etwas Sinnvolles mit meiner restlichen Zeit anfangen“, sagt die 29-Jährige. Deshalb bastelt, schraubt, sägt und näht sie nun einmal wöchentlich mit den Mitarbeitern von Diakom.

Seit einigen Wochen ist Julia Wagner dabei. „Es ist erstaunlich, was man alles aus alten Dingen machen kann“, sagt sie. Beim letzten Termin nähte sie zum Beispiel aus Stoff einen vielseitig verwendbaren Behälter - ein sogenanntes Utensilo. „Ich hatte vorher nicht viel Erfahrung mit Handarbeit“, berichtet die Kasselerin. Dank der Anleitung von Anett Krumbein und Unterstützung anderer Diakom-Mitarbeiter klappt es allerdings schon hervorragend.

Für die kommenden Wochen hat sich die Kursleiterin schon neue, kreative Aufgaben ausgedacht. „Es darf ruhig auch mal etwas Verrücktes sein“, findet sie. Deshalb werden die Werkstattmitarbeiter unter anderem Pinnwände aus alten Korken basteln.

Von Pamela De Filippo

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