Der KVG ist ein größerer Bus nicht wirtschaftlich genug

Linie 17: Immer wieder lässt Busfahrer Fahrgäste in Fuldabrück stehen

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Fuldabrück/Kassel. An der Bushaltestelle Neue Mühle in Kassel wird man nicht immer mitgenommen: Wegen Überfüllung fährt der Bus häufig vorbei.

Wer unter der Woche morgens um kurz nach sieben Uhr mit dem Bus der Linie 17 von Fuldabrück nach Kassel fährt, kann froh sein, wenn er an einer der Fuldabrücker Haltestellen zusteigen kann. An der Neuen Mühle in Kassel ist es nämlich seit den Sommerferien nicht mehr gewährleistet, dass der Busfahrer an dieser Station hält. 

Immer wieder kommt es vor, dass der Busfahrer wegen Überfüllung des Fahrzeugs vorbei fährt. „Dann muss mich meine Mutter in die Schule fahren“, sagt ein 13-jähriger Schüler, der schon häufiger stehengelassen wurde. „Uns ist die Situation bei dieser einen Fahrt der Linie 17 bekannt“, sagt Heidi Hamdad, Pressesprecherin der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG). Es sei bedauerlich, dass Fahrgäste zurückbleiben müssten, sagt sie. Zwar hätten sie laut Personenbeförderungsgesetz einen Anspruch darauf. Wenn der Bus aber voll ist, so Hamdad, müsse der Fahrer zugunsten der Sicherheit der im Bus befindlichen Gäste weitere Fahrgäste ablehnen. Das regle Paragraf 3 der NVV-Beförderungsbedingungen.

Die Fahrzeugkapazität sei nicht zu knapp bemessen, sagt die KVG-Sprecherin. Dass nicht alle mitgenommen werden könnten, läge an den Schülern, die nicht in den Fond des Fahrzeugs aufrücken würden, sondern an der Bustür stehen blieben. Hinzu käme, dass sie ihre prall gefüllten Ranzen auf den Rücken geschnallt ließen, so Hamdad. Die Durchsagen des Fahrpersonals würden in aller Regel ignoriert.

Dass die Fahrgäste bereits an den Haltestelle in Dennhausen den Anweisungen des Fahrpersonals Folge leisten, wissen diejenigen, die täglich mit diesem Bus nach Kassel fahren und spätestens an der Haltestelle „Dennhausen Brücke“ dicht an dicht stehen.

220.000 Euro für ÖPNV in Fuldabrück

Warum werden keine größeren Busse eingesetzt? Auf Nachfrage verwies die KVG an die Gemeinde Fuldabrück, die mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) und der KVG eine Finanzierungsvereinbarung der vertraglich bestellten Fahrten auf der Buslinie 17 geschlossen hat. „Diese Vereinbarung regelt die Finanzierung der lokalen Buslinie“, teilt Oliver Brandenstein von der Gemeinde Fuldabrück auf Nachfrage mit. In diesem Jahr würde der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Fuldabrück von der Gemeinde mit rund 220 000 Euro gefördert, sagt er und betont, dass der Einsatz und die Größe der Busse anhand des Fahrgastaufkommens geplant und eingesetzt werde. Dies obliege in der Regel der KVG als Aufgabenträger.

Für die KVG ist der Einsatz eines größeren Fahrzeugs allerdings keine Option. „Einen Schubgelenkbus mit bis zu 105 Sitz- und Stehplätzen einzusetzen wäre vor dem Hintergrund, dass nicht 30, sondern vier oder fünf Fahrgäste zu dieser Uhrzeit nicht mehr mitfahren können, nicht wirtschaftlich“, heißt es seitens der KVG. Der Gemeinde Fuldabrück war die Problematik bisher nicht bekannt. Man wolle nun mit der KVG Kontakt aufnehmen.

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