Instandsetzung erst Frühjahr 2018

Mindestens für 15 Jahre: Marode Bergshäuser Brücke bleibt dreispurig

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Von oben: Die Bergshäuser Brücke ist seit Anfang Februar auf drei Spuren reduziert, um das stark frequentierte Bauwerk zu entlasten.

Fuldabrück. Seit Februar staut es sich im Bereich der Bergshäuser Brücke. Der Grund: Der Fuldaübergang der Autobahn 44 wurde wegen Instabilität auf drei Fahrspuren reduziert.

Jetzt erfuhr die HNA: Die Dreispurigkeit wird bis zum geplanten Abriss und Neubau der Brücke aufrechterhalten. Bis ein neuer Fulda-Übergang gebaut wird, werden noch mindestens 15 Jahre vergehen. So lange bleibt die alte Bergshäuser Brücke erhalten. 

Über sie führt die Autobahn 44 und diese ist, besonders von Lastwagen, stark frequentiert. Weil die Brücke in ihrem jetzigen Zustand der Belastung nicht mehr standhält, wurden die vier Fahrspuren im Februar auf drei Spuren verringert. Das soll laut Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil auch bis zum Abriss so bleiben.

Aktuell gibt es nur einen Fahrstreifen in Fahrtrichtung Dreieck Kassel-Süd, weiterhin zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Dortmund. Der ältere Teil der Brücke soll so entlastet werden. Das sorgt für Staus im Berufsverkehr – und für Unfälle. Laut Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus ist die Entlastung der Brücke unumgänglich – selbst wenn die geplanten Arbeiten am Bauwerk beendet sind. Der Grund: Materialermüdung.

Nach der Verkehrszählung aus dem Jahr 2010 beträgt die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge auf der A 44 im Bereich der Bergshäuser Brücke 43 044 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden, davon entfallen 10 611 Fahrzeuge auf den Schwerlastverkehr. Wie berichtet, soll die nördliche Seite durch Stahlbänder verstärkt werden. Auf südlicher Seite sollen zusätzliche Platten an den Stahlträgern angebracht werden. Notwendig macht das die Bauweise: Die Bergshäuser Brücke besteht aus genietetem Stahlfachwerk. Die offene Bauweise macht die Brücke zudem sehr anfällig für Witterungseinflüsse.

Aktuell wird Instandsetzung geplant

Ursprünglich sollte die Brücke ab Sommer 2017 instandgesetzt werden – nach aktuellem Stand aber erst ab Frühjahr 2018. Derzeit befinde man sich laut Sinemus in der Planungsphase. Das Konzept zur Instandsetzung müsse dann von dem Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) genehmigt werden, bevor die Ausschreibung erfolgt. „Im Moment ist die Verkehrssicherheit durch die geänderte Verkehrsführung gewährleistet“, teilt Sinemus mit. Beide Maßnahmen – geänderte Verkehrsführung sowie Instandsetzungsarbeiten – würden bewirken, dass die Brücke auch langfristig gefahrlos genutzt werden könne. Im Februar hatte es hingegen geheißen, man wolle nach der Instandsetzung der Brücke erneut die Belastbarkeit testen, um – so kann man aus der Aussage schließen – die Wiedereröffnung der vierten Fahrspur zu prüfen. Um die Anwohner in Bergshausen vor Lärm und im Winter vor von Lkw herabfallenden Eisschollen zu schützen, war mit der Reduzierung auf drei Spuren die Frage aufgekommen, ob dies eine dauerhafte Lösung sein kann.

Der Ex-Bürgermeisterkandidat Carsten Marth (parteilos) hatte die Streichung von gleich zwei Fahrstreifen angeregt. Der Vorschlag wurde von Hessen Mobil abgelehnt. Auf HNA-Anfrage hieß es damals, die A 44 sei „als mehrspurige Autobahn gewidmet und als solche zur entsprechenden Benutzung bestimmt“, auch, um „das übrige Straßennetz und mit ihm die Anwohner betroffener Ortsdurchfahrten von Verkehr zu entlasten“.

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Kommentar zur Dreispurigkeit der A44-Brücke: Fatale Entscheidung

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