Gutachter war vor Ort

Nach Brand: Uralte Fuldabrücker Eiche kann stehen bleiben

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Brandstiftung nicht ausgeschlossen: Ein Feuer zerstörte den Hohlkörper der Dicken Eiche in Fuldabrück.

Fuldabrück. Die 260 Jahre alte Eiche am Ortsrand von Fuldabrück-Dörnhagen, die am vergangenen Sonntagmorgen gebrannt hat, kann noch älter werden. Das hat ein Baumgutachter der Unteren Naturschutzbehörde jetzt schriftlich bestätigt.

Da die Verkehrssicherheit an der Warpelstraße gegeben ist, konnten auch die Absperrungen entfernt werden, teilt Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage mit. Der Kreis ist für die Eiche zuständig, weil sie als Naturdenkmal gilt.

Brandstiftung nicht ausgeschlossen: Ein Feuer zerstörte den Hohlkörper der Dicken Eiche in Fuldabrück.

Das Stand- und Bruchsicherheitsgutachten habe ergeben, dass das Feuer in erster Linie den Hohlkörper mit dem toten Kernholz erwischt hat, nicht aber lebendiges Holz. Die Mindestwandstärke sei noch erfüllt, so Kühlborn. Das habe die Messung per Schall ergeben. In etwa 15 Zentimetern Stammhöhe war so getestet worden, ob der Baum noch über das vorgeschriebene Drittel Restwandstärke verfügt. Diese wiederum sei wichtig für die Standsicherheit der Dicken Eiche.

„Auf große Betroffenheit folgt große Erleichterung“, sagt Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) gegenüber der HNA. Es wäre ein Riesenverlust für den Ort gewesen, hätte die Eiche abgeschlagen werden müssen, ist sie doch nach der Kirche das zweite Wahrzeichen des Dorfs. „Jetzt muss sie nur noch austreiben“, sagt der Verwaltungschef. „Aber sie hat schon so viele Blitzeinschläge überlebt – wir sind zuversichtlich, dass sie das nun auch schafft.“

Laut Harald Kühlborn könnte es sein, dass die Eiche im Frühjahr eine Gewindestange zur Verstärkung bekommt. Ob das nötig ist, würde sich erst beim nächsten Laubaustrieb zeigen. Die Naturschutzbehörde prüfe, welche Belastung von der Baumkrone auf den Stamm ausgeht – um den Baum zu erhalten und die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Dass der Stamm eines so alten Baumes gestützt werden muss, komme immer wieder vor. „Vielleicht wäre das bei dieser Eiche sowieso gemacht worden“, so Kühlborn. Die Naturschutzbehörde schaue sich die Naturdenkmäler regelmäßig an. Dabei gilt: Je mehr Triebe, desto belasteter ist der Stamm. Häufig wird auch ein Teil der Baumkrone abgeschnitten.

Wie die HNA berichtete, war die Eiche am Sonntagmorgen, 13. November, in Brand geraten. Für das Löschen der Flammen brauchte die Feuerwehr Dörnhagen mehrere Stunden.

Täter noch unbekannt

Ob am Tatort gefundene Feuerwerkskörper den Brand ausgelöst haben, kann laut Polizeisprecher Matthias Mänz nicht abschließend geklärt werden. Die Vermutung liege aber nahe. Auch gibt es bislang keinen entscheidenden Zeugenhinweis auf den oder die Täter. Mehrere Zeugen hatten angegeben, Jugendliche und Knallgeräusche gehört zu haben – Rückschlüsse auf die Täteridentität konnten nicht gezogen werden.

Hinweise nimmt die Polizei weiterhin unter der Telefonnummer 0561 / 9100 entgegen.

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