Wer Hilfe braucht, bekommt sie

Nachbarschaftsverein Fuldabrück kümmert sich um Ältere

+
Ist froh, dass sie jemanden hat, der sie zum Arzt fährt: Edeltrud Mayer nimmt gern die Hilfe der Nachbarschaftshilfe Fuldabrück an. Andreas Benn, (links) ist zweiter Vorsitzender des Vereins, Achim Wiederrecht (rechts) übernimmt die Organisation. Schneeschippen ist auch eine der Hilfen, die der Verein anbietet. 

Fuldabrück. Edeltrud Mayer aus Dennhausen muss oft zum Arzt. Doch die 80-Jährige hat kein Auto und keinen Führerschein. Zu ihren Terminen kommt sie trotzdem – Mitglieder der Nachbarschaftshilfe Fuldabrück fahren sie.

„Ich bin sehr froh, dass es den Verein gibt“, sagt die Rentnerin. „Sonst wüsste ich gar nicht, was ich machen soll.“

Den Verein gibt es seit März 2017. Damals gründete er sich mit 30 Mitgliedern aus ganz Fuldabrück. Heute, nicht einmal ein Jahr später, ist er auf über 100 Mitglieder angewachsen. Wer dabei ist, zahlt neun Euro Beitrag im Jahr.

Nachbarschaftshilfe: Für Vereinsmitglieder kostenlos

Dafür können alle Dienste der Nachbarschaftshilfe kostenlos in Anspruch genommen werden. Wer nicht im Verein ist, zahlt für Hilfe 2,50 Euro für die erste Arbeitsstunde, jede weitere kostet 1,50 Euro. Das Geld geht in die Vereinskasse, der Helfer bekommt Kilometergeld, falls er eine Anfahrt hat oder eben Fahrdienste übernimmt.

Achim Wiederrecht hat als erster Vorsitzender die Organisation in der Hand – und damit gut zu tun. „So zwei bis drei Stunden Arbeit kostet mich der Verein täglich“, sagt der 68-Jährige. Bei dem Pensionär laufen die Fäden zusammen. „Bei mir kommen die Hilfeanrufe meist an und ich schaue dann, wer als Helfer in Frage kommt.“ Das ist nämlich, je nach Fähigkeiten, immer wer anders. Etwa 24 Helfer gibt es insgesamt.

„Der eine kennt sich gut mit Elektrik aus, der andere ist besser bei der Gartenarbeit aufgehoben“, erklärt Wiederrecht und zählt damit Beispiele auf, in welchen Fällen geholfen werden kann. Auch wenn kurzfristiges Handeln bei der Kinderbetreuung oder Haustierversorgung gefragt ist, kann die Nachbarschaftshilfe einspringen. Aktuell sei gerade das Schneeräumen gewesen, im Sommer sei es dann das Rasenmähen.

Für Wiederrecht ist seine ehrenamtliche Tätigkeit im Nachbarschaftsverein erfüllend. „Ich habe einen guten Draht zu älteren Leuten, die ja meist diejenigen sind, die Hilfe brauchen“, sagt er. „Wir haben früher mit vier Generationen unter einem Dach gewohnt, darunter auch mit meinem Urgroßeltern. Auch deshalb habe ich einen guten Zugang dazu, was Älteren vielleicht fehlt und welche Alltagsprobleme auftauchen können.“

Auch junge Menschen engagieren sich im Nachbarschaftsverein. So gibt es zum Beispiel einen Studenten, der Senioren bei den Themen Computer und Handy zur Seite stehen kann. „Natürlich ist der Altersdurchschnitt der Vereinsmitglieder insgesamt eher hoch“, erklärt Wiederrecht. „Deshalb versuchen wir, zum Beispiel über die Schulen Kontakt zu Jüngeren aufzunehmen.“

Wer sich im Nachbarschaftsverein engagieren möchte oder Hilfe braucht, kann sich bei Achim Wiederrecht unter der Telefonnummer 01577/ 1 97 32 65 oder per E-Mail an nachbarschaftshilfe-fuldabrueck@web.de wenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.