Bauphase ist zu große Belastung

Neubau der A44-Brücke vertreibt Reitvereine aus Fuldabrück

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Bald nicht mehr auf dem Reiterhof bei Gut Freienhagen zu finden: Der Verein Therapeutisches Reiten Fuldabrück zieht mit dem Kurhessischen Reit- und Fahrverein nach Edermünde-Besse.

Fuldabrück. Zwei Vereine flüchten vor der geplanten Südvariante der A 44-Brücke im Bereich Dennhausen/Dittershausen.

Betroffen sind der Kurhessische Reit- und Fahrverein und der Verein Therapeutisches Reiten Fuldabrück. Sie verlegen ihren Standort vom Reiterhof auf Gut Freienhagen ins 15 Kilometer entfernte Edermünde-Besse. „Es gab mehrere Faktoren, die dazu geführt haben, dass der Verein von dem Reiterhof weggeht. Die Verlegung der Bergshäuser Brücke gehört aber dazu“, betont Ralf Kümmel vom Kurhessischen Reit- und Fahrverein. Der Verein, der immerhin 50 Jahre auf Gut Freienhagen ansässig war, befürchtet, dass das Gelände von der Brücke künftig zerteilt wird und will den auslaufenden Pachtvertrag deshalb nicht verlängern.

Belastung für die Pferde

Die Bauphase sei laut Kümmel für die Pferde am schlimmsten. Bei so einem großen Bauprojekt wie dem Neubau der Autobahnbrücke seien zudem die jahrelangen Arbeiten für die Tiere eine zu starke Belastung. Auch der Verein Therapeutisches Reiten Fuldabrück, der mit zwei Pferden derzeit Untermieter beim Kurhessischen Reit- und Fahrverein ist, wird den Reiterhof verlassen. „Wir müssen mitgehen, sonst können wir keine Therapie mehr machen. Der Umzug nach Besse ist aber kein Problem für uns“, berichtet der Vorsitzende Joachim Rost.

Bis Ende März 2017 seien die beiden Vereine noch auf dem Reiterhof bei Gut Freienhagen zu finden. „Es war ein Glücksfall, dass ein Hof zum Verkauf frei wurde“, berichtet Alexandra Fey-Knothe, Vorsitzende des Kurhessischen Reit- und Fahrvereins. Sie sei zufrieden mit der Entscheidung und wolle die Gelegenheit nutzen, um den Verein zukunftsfähiger zu machen. Auch Kümmel betrachtet den Kauf des Hofs in Besse als sinnvoll: „Es ist zwar ein Stück weg, aber hier in Fuldabrück sehen wir für die Zukunft des Vereins wenig Chancen.“

Reiten nicht mehr möglich

Wenn die Brücke direkt über den Reiterhof führen sollte, könne man auf dem Gelände weder reiten noch Pferde beherbergen. Man könne zwar versuchen, gegen die Südvariante der A 44-Brücke vorzugehen, aber Kümmel zweifelt an dem Erfolg.

Eine Anwohnerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, äußert ihren Unmut über die Verlegung der Brücke. Sie befürchtet eine deutlich höhere Belastung durch Lärm. Außerdem werde der geplante Brückenverlauf mit hoher Wahrscheinlichkeit durch ein Vogelschutzgebiet führen. „Wir überlegen, wie wir dagegen vorgehen“, sagt sie. Ihr sei es am liebsten, wenn die Brücke am gewohnten Standort bleibt und umgebaut wird. Der genaue Standort der Brücke stehe, trotz Entscheidung für die Südvariante, immer noch nicht fest: „Wir wollen seit Jahren wissen, was Sache ist. Wir hängen in der Luft“.

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