Auf ein letztes Bier

Pächter Kalweit gibt am Sonntag Betrieb am R1 in Fuldabrück nach zwölf Jahren auf

+
Am Sonntag ist Schluss: Pächter Horst-Werner Kalweit und seine Angestellte Annett Lipphardt arbeiteten im Sommer Tag für Tag zusammen und bewirteten Radfahrer und andere Gäste.

Fuldabrück. Zwölf Jahre lang hat Horst-Werner Kalweit aus Lohfelden den Biergarten am Radweg „R1“ in Fuldabrück betrieben. Nun ist Schluss. Der 57-Jährige öffnet am kommenden Sonntag, 16. September, das letzte Mal seine Türen für vorbeikommende Radfahrer, Stammgäste und alle anderen.

Die Arbeit hat ihm in den vergangenen Jahren zwar viel Spaß gemacht – aber auch viel von ihm gefordert. „Ich habe während des Sommerhalbjahres, von April bis September, den Biergarten betrieben und im Winter als angestellter Koch gearbeitet“, sagt Kalweit. Jetzt sei es Zeit für eine berufliche Veränderung mit regelmäßigeren Tagesabläufen und mehr Freizeit. „Ich hatte im Sommer eigentlich keinen Tag frei und deshalb schon die Öffnungszeiten reduziert“, erklärt der Koch. Doch auch das reichte am Ende nicht aus. Nur an einem der zwei freien Tage konnte er wirklich entspannen, der andere Tag ging für die Buchhaltung drauf.

Ein weiterer Grund für die Schließung des Biergartens sei die Schwierigkeit, geeignetes Personal zu finden. Und auch der Druck, jeden Winter eine neue Anstellung für nur ein halbes Jahr finden zu müssen, sei belastend gewesen. „Ich habe zwar für das Winterhalbjahr immer eine Stelle gefunden. Aber so richtig einarbeiten konnte ich mich in der kurzen Zeit nicht.“

Für Kalweits Aushilfskraft sei die Situation ebenfalls ungünstig gewesen. „Meine Angestellte musste ja auch jedes Mal wieder im Winter irgendwo unterkommen.“

Die Entscheidung war ein längerer Prozess und ist Kalweit nicht leichtgefallen. „Doch nun freue ich mich auf mehr Zeit mit meiner Frau und einen schönen Urlaub.“ Nach diesem Urlaub will Kalweit wieder als Koch in der Region arbeiten. Probleme, eine Anstellung zu finden, werde er nicht haben, gibt er sich optimistisch.

Hochzeiten und Taufen

Seine Gäste, die bei ihm auch Hochzeiten, Taufen und Konfirmationen feierten, wird er vermissen. „Hier sind während der Jahre auch einige gute Bekanntschaften und Freundschaften entstanden. Viele Gäste sind sehr enttäuscht, dass ich aufhöre.“ Neben dem normalen Tagesgeschäft hatte der 57-Jährige auch Feiern veranstaltet, wie Weinfeste, Oktoberfeste und vieles mehr.

Kalweits Biergarten besuchten sowohl Stammgäste als auch zufällig vorbeifahrende Radler von weiter her. „Das hat sich ungefähr die Waage gehalten“, sagt der Betreiber. „Manche Radfahrer haben zum Beispiel Tagestouren gemacht und den Biergarten als Zwischenziel genutzt.“

Kalweit hatte den Biergarten gepachtet. Wie es weitergeht, ist noch nicht klar. Nur so viel: „Es sind bereits Pächter im Gespräch. Weitergehen wird es hier bestimmt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.