Bundestagsabgeordnete Leidig zu Gast

Bergshäuser Brücke: „Güterverkehr muss reduziert werden“

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Wird in Richtung Süden versetzt: Die Bergshäuser Brücke soll weiter in Richtung Dennhausen/Dittershausen gebaut werden. 

Fuldabrück. Zu einer Diskussionsrunde der Linken über die Bergshäuser Brücke am Donnerstagabend im Bürgerhaus kamen nur etwa 20 Besucher, aber auch prominenter Besuch aus Berlin.

Zu Gast in Fuldabrück war auch die Bundestagsabgeordnete und verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke, Sabine Leidig. Wir haben mit der Politikerin über den Neubau und eine ökologische Verkehrsplanung gesprochen.

Frau Leidig, die Bergshäuser Brückesoll um 500 Meter Richtung Süden versetzt werden. Ist dies der richtige Weg?

Sabine Leidig. 

Sabine Leidig: Durch den Neubau werden die Bergshäuser Einwohner entlastet und gleichzeitig die Bürger in Denn- und Dittershausen belastet. Außerdem muss sofort etwas passieren, nicht erst mit dem Neubau. Hier geht es um Gesundheitsgefahren durch Schadstoffausstoß und Lärmbelästigung. Die Menschen müssen davor geschützt werden. Mit dem Neubau wird der Verkehr nicht weniger und die Luft nicht gesünder.

Welche Möglichkeiten gibt es, die Einwohner zu entlasten?

Leidig: Wirksam wäre hier eine Geschwindigkeitsreduzierung bis hin zu Nachtfahrverboten für Lastkraftwagen. Auch könnte das Wochenendfahrverbot für Lkw auf Freitagnachmittag mit ausgeweitet werden. Dann hätten die Anwohner eine längere Erholungsphase.

Welche Probleme sehen Sie im Neubau der Bergshäuser Brücke?

Leidig:Es gibt immer Menschen, die sich engagieren. Da die Brücke um ein Landschaftsschutzgebiet gebaut werden soll, wird es auch hier Einwände von engagierten Menschen geben. Dadurch könnte sich das Projekt verzögern und verteuern.

Sollten die Bürger in die Planung eines Projekts einbezogen werden? Wenn ja, in welcher Form?

Leidig: Zum einen müssen sie bestimmen können, ob ein Projekt überhaupt stattfindet. Zum anderen muss die Planungshoheit allen betroffenen Einwohnern ein Mitspracherecht gewähren und sie nicht nur informieren. Es sollte gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden, damit es am Ende zu einem vernünftigen Interessenausgleich kommt.

Warum hat sich das Güterverkehrsaufkommen so stark erhöht?

Leidig: Unternehmen errichten ihre Logistikzentren nicht bei den Produktionsstätten, sondern dort, wo die Gewerbeflächen besonders günstig sind. Außerdem tragen wir alle mit unserem Einkaufsverhalten dazu bei. Anstatt es beim Händler um die Ecke zu kaufen, bestellen wir unser Buch lieber beim Online-Anbieter.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, das Güterverkehrsaufkommen auf hessischen Autobahnen zu reduzieren?

Leidig: Die Wirtschaft muss sich anders organisieren. Zum Beispiel könnten auch auf Strecken unter 300 Kilometer viel mehr Güterzüge eingesetzt werden.

Wie sieht für Sie eine ökologische Verkehrsplanung aus?

Leidig:Planmäßig muss der Güterverkehr reduziert werden, denn die Abgase sind nicht klimaverträglich. Das könnte zum Beispiel durch die Einführung einer Lkw-Maut, den Abbau von Subventionen für den Verkehr sowie zeitweises Fahrverbot für Lkw erreicht werden. Der Güterverkehr auf unseren Autobahnen muss wirtschaftlich unattraktiv gemacht werden. Außerdem müssen die Innenstädte und regionalen Geschäfte gestärkt und gefördert werden.

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