Schandflecke sorgen für Ärger in Fuldabrück

Trostlos: Auf dem Areal des ehemaligen Backhauses Ranft im Zentrum von Dörnhagen tut sich seit den Abrissarbeiten im vorigen Jahr nichts. Jetzt gibt es Pläne für eine Wohnbebauung. Fotos: Wohlgehagen

Fuldabrück. Ruinengrundstücke in Dörnhagen: Im Ortszentrum schlummern Bauprojekte vor sich hin - etwa das brachliegende Gelände des früheren Backhauses Ranft.

Außerdem gibt es da noch den ehemaligen Wiederrecht'sche Hof. Müsste hier mehr bewegt werden? „Ja", sagt Dieter Kleinschmidt (78). „Es muss sich hier deutlich mehr tun. Dörnhagen darf nicht zum Stiefkind der Gemeinde werden", meint der Rentner. Der Nahverkehrsfachmann sorgt sich um die zentralen Projekte in der Ortsmitte. Der schon länger währende Stillstand stehe im Gegensatz zur Weiterentwicklung des „schönen“ Dorfplatzes, so Kleinschmidt gegenüber der HNA.

„Außerdem warten viele ältere Mitbürger auf die Haltestelle an der B83 in Höhe Frauenlehnsweg.“ Deren Einrichtung sei für die Bewohner des angrenzenden Baugebiets unerlässlich, um wohnortnah in die Busse der neu geführten Linie 50 (Kassel-Grifte) nach Guxhagen einzusteigen, argumentiert Kleinschmidt.

„An der Lösung dieses Problems sind wir interessiert“, sagten Bürgermeister Dieter Lengemann und Sachgebietsleiter Oliver Brandenstein. Die Gemeindeverwaltung stehe dazu in Kontakt mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund NVV.

Dieter Kleinschmidt

Der momentane Stillstand bei den von Kleinschmidt genannten Projekten sei für die Entwicklung Dörnhagens aber nicht repräsentativ, meint der Rathauschef. Die Immobilien Ranft und Wiederrecht liegen beide in privater Hand: „Ich hake ständig nach“, sagt Bürgermeister Lengemann. Der Eigentümer des früheren Backhauses Ranft habe jetzt einen Bauantrag für ein Einfamilienhaus angekündigt, die Caféhaus-Pläne seien nicht mehr aktuell, so der Bürgermeister. Auch für den abgerissenen Wiederrecht’schen Hof gibt es laut Lengemann neue Ansätze in Richtung betreutes Wohnen. Das könnte zu Synergien mit dem Angebot und den Zielen des von der Awo geführten Seniorenzentrums an der Guntershäuser Straße führen, sagte der Verwaltungschef. Dörnhagen trete keineswegs auf der Stelle, meint der Bürgermeister. So sei beispielsweise die Vermarktung der Bauplätze im Neubaugebiet „Goldene Aue“ absolut dynamisch verlaufen: „Von mehr als 80 Grundstücken ist nur noch eine Parzelle echt frei“, sagt Lengemann.

Gewerbe angesiedelt 

Außerdem habe die Gemeinde mit dem Mischgebiet am Glockenhofweg einige neue gewerbliche Ansiedlungen ermöglicht. Nach der Inbetriebnahme des Getränkemarktes von Thomas Hofmann auf dem Grundstück neben dem Rathaus sei nur noch ein Grundstück im Privatbesitz frei, sagt der Rathauschef, der auch an schöne Erfolge des bis 2010 gelaufenen Dorferneuerungs-Programms für Dörnhagen erinnert. Man habe besonders der Ortsmitte durch einige Projekte ein neues Gesicht gegeben, so der Bürgermeister.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.