Polizei sucht Zeugen in Fuldabrück

Schüsse auf Kater Whitey: Projektil konnte nicht herausoperiert werden

Das Röntgenbild.

Fuldabrück. Eigentlich war Oliver Höhn der weiße Kater in der Einfahrt zu seinem Haus in Bergshausen nur aufgefallen, weil er ihn noch nie zuvor gesehen hatte.

„Ich kenne die Tiere bei uns auf der Ecke gut, da schaut man bei Unbekannten schon zwei Mal hin.“ Dass er das auch am Donnerstagmittag getan hat, rettete dem Vierbeiner vielleicht das Leben.

Als er sich ihm nähern wollte und der Kater wegsprang, packte Höhn nämlich das blanke Entsetzen: „Das Hinterteil war total blutig, und mir war sofort klar, dass ich helfen musste.“ Doch was tun? Ein Anruf bei der Katzennothilfe Guxhagen sollte seinen ersten Impuls bestätigen, den Kater einzufangen und möglichst rasch zum Tierarzt zu bringen.

Gesagt, getan. Die erste Untersuchung endete allerdings mit einem schlimmen Verdacht: „Der Tierarzt ging schnell von einer Schussverletzung aus. Wegen der Kostenübernahme für weitere Untersuchungen riet er uns, den Kater in ein Tierheim zu bringen“, so der 33-Jährige. „In der Wau-Mau-Insel schien er mir gut aufgehoben, man versicherte mir, sich direkt um ihn zu kümmern.“ Wenige Stunden später folgte dann der Anruf, der die traurige Gewissheit bringen sollte: Tatsächlich wurde auf Whitey, wie ihn die Mitarbeiter der Wau-Mau-Katzenstation in Kassel mittlerweile getauft hatten, mit einer Luftdruckwaffe geschossen.

Wurde angeschossen: Kater Whitey.

„Ein Diabolo-Geschoss ist mit einer solchen Wucht tief in den kleinen Körper eingedrungen, dass es nicht heraus operiert werden konnte“, erklärt Marion Puzi, Katzenmama des Tierheims. „Whitey geht es aber den Umständen entsprechend gut, natürlich steht er noch unter Schock, aber immerhin hat er gefressen.“ Mögliche Besitzer hatten sich zunächst nicht gemeldet, gechipt oder tätowiert sei das rund sieben Jahre alte Tier mit dem schneeweißen Fell leider nicht. Im Laufe des Freitags meldeten sich dann die Besitzer bei der Wau-Mau-Insel und holten den verletzten Kater nach Hause.

„Leider ist es keine Seltenheit, dass Katzen als wandelnde Zielscheiben herhalten müssen, deshalb möchten wir alle Katzenbesitzer in Fuldabrück und Umgebung eindringlich bitten, gut auf ihre Tiere aufzupassen.“

Keine anderen Fälle bekannt

Dass es immer mal wieder zu derartigen Vorfällen kommt, bestätigt auch Polizeisprecher Torsten Werner: „Hin und wieder müssen wir wegen solcher Verstöße ermitteln, in jüngster Zeit allerdings ist in Stadt und Landkreis Kassel kein vergleichbarer Fall bekannt geworden.“ Da in Sachen Whitey noch keine Anzeige vorliege, seien nun von Amts wegen Ermittlungen eingeleitet worden.

Sollte der Täter gefasst werden, droht ihm eine saftige Strafe, denn laut Tierschutzgesetz wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer „ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet, aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.“ Oliver Höhn und Marion Puzi hoffen nun, dass der Täter gefasst wird und Whitey schnell wieder gesund wird.

Hinweise zur Tat nimmt die Polizei unter Telefon 0561/9100 entgegen.

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