Streik bei DHL in Fuldabrück: 3500 Pakete blieben liegen

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Paketstau: Alle 33 Paketzentren in Deutschland wurden bestreikt. Darunter auch Fuldabrück und Staufenberg.

Fuldabrück/Staufenberg. DHL-Beschäftigte sind in den Warnstreik getreten. Bundesweit wurden alle 33 Paketzentren bestreikt - auch das neue Sortierzentrum in Fuldabrück-Bergshausen.

Ebenfalls vom Streik betroffen waren die beiden Unternehmen in Staufenberg-Lutterberg: das Paketzentrum der DHL sowie die Niederlassung der Posttochter DHL Home Delivery.

Beim Paketzentrum, das die Sendungen auch an die mechanische Zustellbasis in Fuldabrück verteilt, hatte die Arbeitsniederlegung bereits am Donnerstagmittag begonnen.

Freitagmorgen hatten sich dort nach Angaben von Verdi-Gewerkschaftssekretär Patrick Fois rund 50 Beschäftigte versammelt. Darunter waren gut 30 der 180 Mitarbeiter des Paketzentrums sowie alle knapp 20 streikberechtigten Zusteller aus Fuldabrück. Insgesamt arbeiten in dieser Niederlassung 70 Mitarbeiter.

„Unseren Informationen zufolge sind allein in Fuldabrück 3500 Pakete liegen geblieben“, sagte der Gewerkschaftssekretär.

Über 70 Prozent der Pakete seien trotz Streik zur Zustellung gebracht worden, sagte DHL-Pressesprecher Thomas Kutsch. Von den Paketen mit Priorität habe man alle zugestellt.

Mehr als 90 Prozent zugestellt

„Bundesweit wurden 92 Prozent aller Pakete zur Auslieferung gebracht - und das bei einer Gesamtmenge von durchschnittlich mehr als drei Millionen“, sagte Kutsch. 285.000 Sendungen seien liegen geblieben. Mitarbeiter, die sich nicht am Streik beteiligt hätten, weil sie beispielsweise verbeamtet seien, hätten versucht, im Anschluss an ihre Arbeit Bezirke von streikenden Kollegen zu bedienen.

Man habe versucht, alle Kräfte zu mobilisieren, um die Auswirkungen für die DHL-Kunden so gering wie möglich zu halten. „Da hat auch der eine oder andere ausgeholfen, der nicht in der Paketzustellung tätig ist, die Arbeit jedoch noch von früher kennt; da ist sich keiner zu schade für.“

Verdi verlangt vom Arbeitgeber eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich als Entschädigung für Zugeständnisse, die die Gewerkschaft etwa bei den Pausenzeiten gemacht habe, sagte Fois. Verdi wirft dem Arbeitgeber Vertragsbruch vor.

Zu viele Fremdfirmen?

In einem Vertrag zwischen Post AG und Verdi sei vereinbart worden, die Zahl der an Fremdfirmen zu vergebenen Zustellbezirke auf 990 zu begrenzen. Mit der von der Konzernspitze beschlossenen Gründung von 49 Regionalgesellschaften sei die Zahl von 990 Zustellbezirken überschritten worden, das nehme die Gewerkschaft nicht hin.

„In den bisher zwei Verhandlungsrunden wurden keine Vorschläge vorgebracht, die hätten diskutiert werden können“, sagte Kutsch.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 27. und 28. April anberaumt. Ob, wann und wo erneut zum Streik aufgerufen werde, wollten die Verantwortlichen von Verdi Freitagnachmittag in einer Telefonkonferenz beraten.

Archivvideo: Der Weg eines Pakets

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