Klage läuft: Finke hält an Erweiterung in Fuldabrück fest

Neuer Eingangsbereich: Das Möbelhaus Finke in Bergshausen wurde aufwendig erneuert. Nun will die Geschäftsführung das Einrichtungshaus erweitern. Da die Pläne nicht genehmigt wurden, klagt Finke vor dem Verwaltungsgericht. Fotos: Wohlgehagen

Fuldabrück. Das Einrichtungshaus Finke hält an der geplanten Erweiterung seiner Verkaufsflächen am Standort Bergshausen um ein Drittel auf 39.000 Quadratmeter fest.

Das bekräftigte der Gesamtgeschäftsführer der in Paderborn ansässigen Finke-Gruppe, Dr. Rudolf Christa, gegenüber der HNA. Die umfassende Sanierung des Möbelhauses in dem Fuldabrücker Ortsteil sei inzwischen abgeschlossen. Der Wunsch nach Flächenerweiterung bleibe aber bestehen, sagte Dr. Christa.

Geplant sei, 9000 Quadratmeter Lagerflächen innerhalb des Gebäude-Komplexes in Verkaufsflächen umzuwandeln und gegenüber der jetzigen Warenausgabe ein neues Lager zu errichten.

Dr. Rudolf Christa

„Wir wollen Angebote für junges, trendiges Wohnen schaffen und für unsere Kunden noch attraktiver werden, auch um den Standort 20 Jahre nach der Eröffnung auf längere Sicht konkurrenzfähig zu halten“, sagte der Finke-Sprecher.

Erweiterung blockiert 

Wie berichtet, wird die Erweiterung der Verkaufsflächen des Möbelhauses vom Zweckverband Raum Kassel (ZRK) blockiert. Bekannt wurde jetzt, dass auch der Landkreis Kassel sich der gewünschten Erweiterung in den Weg stellt. Die Bauvoranfrage des Einrichtungsunternehmens wurde von der Baugenehmigungsbehörde zurückgewiesen. Dr. Christa bestätigte, dass man gegen diese Ablehnung Klage gegen den Landkreis beim Verwaltungsgericht Kassel erhoben habe.

Die Gemeinde Fuldabrück dagegen unterstützt die Finke-Erweiterung. Der Versuch der Gemeinde, die Erweiterungspläne durch einen Bebauungsplan abzusichern, ist jedoch gescheitert. Das Regierungspräsidium habe die Planungsabsicht für rechtswidrig erklärt, weil sie durch den Flächennutzungsplan nicht abgedeckt sei, sagte Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). Der Zweckverband zeige keine Bereitschaft, den Flächennutzungsplan bezüglich der Finke-Erweiterung anzupassen, sagte der Bürgermeister. Hier gelte es, eventuell noch einmal den Hebel anzusetzen.

Die Haltung des Zweckverbandsvorstands gibt Rätsel auf, weil wesentliche Ergebnisse einer Auswirkungsanalyse der Gesellschaft für Absatzforschung (GMA) aus Ludwigsburg und der Wille der Gemeinde Fuldabrück ignoriert werden. Die vom Zweckverband selbst beauftragten Gutachter haben belegt, dass die Flächenerweiterung bei Möbel-Finke keine nachteiligen Auswirkungen auf Anbieter in zentralen Lagen und nur geringe Auswirkungen auf den Möbeleinzelhandel in der Region haben werde. Außerdem übernehme der Standort auch eine Versorgungsfunktion für Kassel, so die Wirtschaftsexperten.

Der Fachbeirat für den Kommunalen Entwicklungsplan sei vor der Entscheidung des Vorstands angehört worden, versicherte ZRK-Geschäftsführer Andreas Güttler.

Der Einzelhandelsverband hatte Kritik an der marktbeherrschenden Stellung der Finke-Gruppe im Raum Kassel geübt. Außerdem wurde auf Überschneidungen mit anderen Möbelhäusern hingewiesen.

Gericht: Noch kein Termin absehbar

Finke hatte im Sommer 2014 Klage erhoben. Das Verwaltungsgericht Kassel hat noch keinen Entscheidungstermin anberaumt. Ein Termin sei wegen der personellen Unterbesetzung zurzeit auch nicht absehbar, sagte Präsident Dr. Volker Igstadt auf Anfrage.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.