Angelegenheit beschäftigt Gemeinde seit 2014

Umzug von Aldi in Fuldabrück-Bergshausen ist offenbar geplatzt

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Filiale bleibt offenbar am Ostring: Der Aldi-Markt in Bergshausen zieht viele Kunden an. Nebenan befinden sich Rossmann und Rewe.

Fuldabrück. Eigentlich war schon alles geplant: Der Lebensmittelmarkt Aldi in Fuldabrück-Bergshausen (Kreis Kassel) wollte seine Verkaufsfläche vergrößern. Das Vorhaben ist aber offenbar geplatzt.

Das neue Grundstück an der Flughafenstraße liegt unweit des jetzigen Standorts der Aldi-Filiale am Ostring. Dort ist der 800 Quadratmeter große Markt in einen Geschäftskomplex integriert – Rossmann und Rewe grenzen direkt an.

Doch das Vorhaben ist offenbar geplatzt. „Es war eigentlich alles fertig“, sagt Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann. „Es gab einen Aufstellungsbeschluss, der Grundlage für einen späteren Bebauungsplan ist, es gab Gespräche mit Projektentwicklern, die die Verhandlungen für Aldi führten, außerdem war das Regierungspräsidium mit im Boot.“ Doch Aldi habe sich einfach nicht mehr gemeldet. Lengemann ärgere die Verschwendung von Zeit und Arbeitskraft aller Beteiligten.

Denn die Angelegenheit beschäftigt die Gemeinde bereits seit 2014. Damals ist der für Aldi nötige Aufstellungsbeschluss von der Gemeindevertretung beschlossen worden. Anfang 2016 folgte dann der städtebauliche Vertrag, mit dem Aldi sich verpflichten sollte, in seiner jetzigen Filiale nicht weiter Einzelhandel zu betreiben. Dieser Vertrag ist von Aldi jedoch nie unterschrieben worden, die Gemeinde hängt seitdem in der Luft.

Wieder ins Rollen kam das Thema jetzt durch eine Anfrage in der Gemeindevertretersitzung, was nun mit der geplanten Verlagerung des Marktes sei.

Außerdem steht auf dem Grundstück, das der Lebensmittelhändler ins Auge gefasst hatte, eine Halle. Sie gehört einem Tierarzt aus Kassel. „Vor Kurzem erst ist das Dach der Halle von einem Sturm stark beschädigt worden“, erklärt Lengemann. „Der Eigentümer musste jetzt wissen, wie es weitergeht – ob die Halle nun sowieso abgerissen wird oder ob er sie reparieren muss.“ Die Halle diene zurzeit als Lagerstätte und werde parzellenweise vermietet.

Das eingeschaltete Projektbüro führe zurzeit die Rückabwicklung des Kaufvertrages mit dem Eigentümer der Halle durch. Das Büro APP aus Bad Hersfeld habe ebenfalls, trotz mehrfacher Anfrage, keine Stellungnahme von Aldi zum Sachstand erhalten. „Das Grundstück steht für Aldi nicht mehr zur Verfügung, die dortige Halle wird zurzeit saniert“, bestätigt ein Sprecher auf HNA-Anfrage.

Aldi selbst ist aber offenbar der Meinung, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. „Das Projekt ist weiterhin aktiv“, heißt es seitens des Unternehmens. Es würde im Moment geprüft, inwieweit die Vertragsvoraussetzungen umzusetzen seien. Damit ist die Bedingung gemeint, dass Aldi in seiner bisherigen Filiale am Ostring im Falle eines Umzugs keinen weiteren Einzelhandel betreiben oder zulassen darf.

Fuldabrücks Bürgermeister Lengemann hätte sich einen Umzug und damit eine Vergrößerung des Aldi-Marktes in Bergshausen gewünscht: „Aldi ist ein Magnet. Eine große Filiale an einer solch exponierten Stelle an der Flughafenstraße wäre für Fuldabrück sehr gut gewesen.“

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