Unterschiedliche Strategien der Kandidaten

Wahl in Fuldabrück: Plakate gegen Werbebanner

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Großflächig: Carsten Marth (parteilos) möchte mit Bannerwerbung, die an Scheunen und landwirtschaftlichen Transportmitteln an Ortsein- und -ausgängen angebracht ist, für Aufsehen sorgen.

Fuldabrück. Die wachsende Zahl der Wahlplakate in Fuldabrück macht deutlich: Die Bürgermeisterwahl am 12. März rückt näher. Wir haben uns einmal die Wahlplakate genauer angeschaut.

Bei der Wahlwerbung setzen Amtsinhaber Dieter Lengemann (SPD) und sein Herausforderer Carsten Marth (parteilos) auf unterschiedliche Strategien.

Inhalt

Politische Aspekte findet man auf beiden Plakaten nicht. Vielmehr preisen die Kandidaten jeweils ihre Person an. Während Carsten Marth für seine Ehrlichkeit und sein Engagement als echter Fuldabrücker wirbt, lässt die Gegenseite den Namen Dieter Lengemann für sich sprechen.

Sein Wahlspruch: „Erste Wahl für Fuldabrück“, heißt nicht, dass die Fulda-brücker zuvor noch nie gewählt haben sondern, dass Lengemann die erste Wahl für die Fuldabrücker sein sollte. Sein Engagement hat er die vergangenen zwölf Jahre unter Beweis gestellt. Carsten Marth, der als parteiloser Kandidat Rathauschef in einer Gemeinde mit SPD-Mehrheitsfraktion werden möchte, macht außerdem deutlich: „Jede Stimme zählt!“

Gängie Praxis: Dieter Lengemann (SPD) setzt bei seinen Wahlplakaten an den Straßenrändern auf Seriosität, klar strukturierte Optik und die übliche Größe. 

Gestaltung

Während Lengemann auf gängige Wahlplakate zurückgegriffen hat, setzt sein Gegner Marth auf große Bannerwerbung. Diese ist an Scheunen und landwirtschaftlichen Transportwagen direkt an den Ortsein- und -ausgängen angebracht und wird von Vorüberfahrenden sofort wahrgenommen. Lengemanns Plakate findet man an den innerörtlichen Hauptstraßen. Im schwarzen Anzug mit Krawatte lächelt der Amtsinhaber seriös von den Plakaten. Ein kleines Kreuz hinter seinem rot unterlegten Namen zeigt dem Wähler unaufdringlich, wo das Kreuzchen hingehört. Bei Carsten Marth dominiert das Kreuz – es nimmt fast die Hälfte des Platzes ein und lässt den Kandidaten in den Hintergrund rücken, der smart im hellen Anzug die Vorbeifahrenden anlächelt. Während der Hintergrund beim Amtsinhaber verschwommen ist, zeigt sich Carsten Marth als Fuldabrücker – nämlich am Brunnen des Dörnhagener Dorfplatzes.

Gesamteindruck

Für den Betrachter wirkt Carsten Marth auf seinem Wahlbanner wie ein Kumpeltyp. Ganz klar bringt er zum Ausdruck, einer aus Fuldabrück zu sein. Ehrlich und engagiert möchte er die Dinge anpacken.

Dieter Lengemann mimt hingegen den absolut seriösen Politiker, verlässt sich auf seine Erfahrung und geht auf seine Vorzüge nicht näher ein. Nach zwölfjähriger Amtszeit ist dies auch nicht mehr unbedingt nötig. Während Lengemanns Wahlwerbung voraussetzt, den Kandidaten zu kennen, stellt Marth sich und seine Vorzüge kurz und knackig vor.

Abschließende Wertung

Lengemann setzt auf seinen guten Namen, seine Wahlplakate sind eher dezent gestaltet. Sein Name ist Werbung genug. Die Bannerwerbung von Carsten Marth hingegen enthält eine klare Botschaft. Allerdings wäre hier vielleicht weniger mehr gewesen, denn das große Kreuz lenkt vom eigentlichen Kandidaten ab. Glücklicherweise entscheiden am Ende nicht die Wahlplakate über den Sieg oder die Niederlage, sondern die Wähler, für welchen Kandidaten sie letztlich am 12. März ihr Kreuzchen machen.

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