Glaubensfeste auch in Deutschland feiern

Weihnachten in den Flüchtlingsunterkünften des Landkreises

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Er feiert Weihnachten mit der Familie seines Cousins in Halle an der Saale: George Simon ist christlichen Glaubens und kam vor einem Jahr von Syrien nach Deutschland. Gestern hat er die Nachricht bekommen, dass sein Asylantrag bewilligt wurde.

Fuldabrück. In den Flüchtlingsunterkünften des Landkreises Kassel wird Weihnachten gefeiert – mal mehr, mal weniger.

Den Christen ist das Fest sehr wichtig, die Flüchtlinge mit muslimischem Glauben feiern hingegen an ihren Feiertagen. „In den Unterkünften sind ganz unterschiedliche Religionen vertreten und jede Gemeinschaft hat ihre eigenen Feste“, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Für die christlichen Bewohner der Unterkünfte habe das Weihnachtsfest einen hohen Stellenwert. So geht es auch George Simon, der aus Syrien stammt. Vor einem Jahr kam der 29-Jährige, der in der Gemeinschaftsunterkunft in Bergshausen lebt, nach Deutschland. Er feiert Weihnachten bei seinem Cousin, der in Halle an der Saale wohnt. Die Frau seines Verwandten wird ein großes Essen vorbereiten, alle besuchen gemeinsam die Kirche und beten.

Deutsche Kultur kennenlernen

Auch in Syrien habe Simon immer mit der Familie gefeiert. Er sei sehr traurig darüber, dass das dieses Jahr nicht möglich ist. Ein ganz besonderes Geschenk hat er allerdings bekommen, und zwar schon gestern: Sein Asylantrag wurde bewilligt. „Das hat der Weihnachtsmann mir geschenkt“, freut sich Simon. Ein Geschenk für die Familie seines Cousins hat Simon auch schon: Er kann gut zeichnen und hat ein Bild von dem Kind seines Cousins gemalt. Im vergangenen Jahr habe man laut Kühlborn in den Unterkünften des Landkreises Weihnachtsfeiern organisiert, um den Flüchtlingen zu zeigen, wie der Tag in der deutschen Kultur gestaltet ist. Dieses Jahr feierten nur die Menschen Weihnachten, denen das Fest etwas bedeutet und die feiern möchten.

Es sei nicht Sinn der Sache, den Menschen ein Fest aufzudrängen, das in ihrer Religion keine große Bedeutung hat. Für die Kinder in der Unterkunft in Fuldabrück-Bergshausen sei es trotzdem spannend, den Weihnachtsbaum im Foyer zu bewundern, sagt Einrichtungsleiter Serwan Faruk. Besonders die großen Kugeln, die im Licht glänzen, würden von den Kinderaugen bestaunt. 60 Personen leben in der Unterkunft in Bergshausen, von denen die Mehrheit muslimischen Glaubens ist. „Sie feiern im März das Nouruzfest, um den Frühling zu begrüßen, und im November das Opferfest“, erzählt Faruk. Er kommt aus dem Irak und spricht neben deutsch auch arabisch, kurdisch und etwas persisch. Das helfe dabei, den Bewohnern der Unterkunft bei Formalitäten unter die Arme zu greifen, aber auch beim Erklären deutscher Traditionen. Es sei wichtig, den Menschen zu vermitteln, dass Weihnachten ein positives Fest ist, so Kühlborn. Aber auch die Menschen, die in Deutschland geboren sind, müssten sich wieder in Erinnerung rufen, dass man an Weihnachten anderen Menschen helfen soll und offen für Fremde ist. „Jeder kann hier auf seine Weise religiös glücklich werden“, betont Kühlborn. Entscheidend sei, dass das Zusammenleben funktioniere.

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