Traditionsgasthaus soll an Firma verkauft werden

Wird "Der Fährmann" in Fuldabrück eine Tagungsstätte?

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Derzeit liegt der Betrieb still: Direkt am Radweg R1 gelegen, ist der Fährmann ein beliebtes Ausflugsziel. Dass soll er auch künftig bleiben, sagen die potenziellen Käufer Hinrich Könemann und Wolfgang Muster.

Fuldabrück. Statt in der Küche des Traditionsgasthauses „Der Fährmann“ am Fuldaufer in Bergshausen brodelt es derzeit in der Gerüchteküche.

So meldete sich jüngst eine aufgeregte Anwohnerin aus Bergshausen bei der HNA, die gehört hat, aus dem Fährmann werde künftig eine Mensa mit Tagungsräumen und einem kleinen Ausschank.

Was ist dran an den Gerüchten? Ganz haltlos sind sie nicht, stellte sich bei der HNA-Recherche heraus. Der Fährmann werde auf jeden Fall so weitergeführt, sagte der Mann von Eigentümerin Angelika Hess, Harald Hess, auf HNA-Anfrage. „Hand in Hand mit den Investoren“ treibe man die Sanierung voran. Wie berichtet, ist der Verkauf von Haus und Grundstück an den Interessenten, die Kasseler MC Group, bislang an einem Wasserschaden im Haus gescheitert. Aber: Man habe „ganz tolle Pläne“ und es werde auch noch „ein bisschen gebaut“, so Hess.

Auch die Geschäftsführer der MC Facility Nordhessen GmbH (ein Unternehmen der MC Group), Hinrich Könemann und Wolfgang Muster, äußerten sich jetzt zu ihren Plänen gegenüber der HNA – allerdings unter Vorbehalt, denn der Kauf des Fährmanns finde nur statt, wenn die Sanierung vollständig abgeschlossen sei. Statt um einen „kleinen“ Wasserschaden, wie von Hess bezeichnet, handle es sich um eine größere Sache, so Muster. Eine Leserin der HNA teilte mit, sie habe gehört, unter der Küche sei Schwamm entdeckt worden. Diese Information blieb unbestätigt.

Wolfgang Muster versichert: „Wenn wir es kaufen sollten, bleibt es der Fährmann“. Das Gasthaus als Hochburg für Radfahrer, Wanderer und Bürger werde allerdings ergänzt um zwei weitere Geschäftsbereiche: So sollen dort Tagungsräume für Seminare geschaffen werden und die Küche soll Tagungsteilnehmer und Gäste der Terrasse versorgen. Zudem wolle man auch die Belieferung, etwa von Kitas, Schulen und Betrieben mit Essen anbieten. Muster, der bereits von 1972 bis 1992 in Bergshausen lebte und seit 2014 wieder dort wohnt, betrachtet die breite Aufstellung als Garantie für langfristigen, wirtschaftlichen Erfolg. „Wenn schlechtes Wetter ist und die Gäste des Fährmanns ausbleiben, läuft unser Tagungsgeschäft weiter.“

Die MC Group biete viele Seminare etwa zu Controlling an, die bislang mangels Platz außer Haus stattgefunden hätten. Sie sollen dann in Fuldabrück gebündelt werden. Laufe das Seminargeschäft unter der Woche von den frühen Morgenstunden bis nachmittags, schließe sich dann der Betrieb der Gaststätte an.

Zudem sei der Fährmann am Wochenende geöffnet. Abgestimmt auf das restliche Gastro-Angebot in der Region werde dort künftig etwas geboten, das es so noch nicht gebe, aber „nichts Überkandideltes“, so Muster.

Hintergrund: Erbbaurechtsvertrag regelt Nutzung

„So ein tolles Lokal an solcher Stelle, das muss doch bleiben.“ Eine Leserin aus Bergshausen stellte gegenüber der HNA die Frage, ob die politische Gemeinde kein Mitspracherecht hat bezüglich der Nutzung des Fährmanns. Laut Vize-Bürgermeister Eckhard Grebe muss der Fährmann laut Erbbaurechtvertrag eine gastronomische Stätte bleiben. Das sei allerdings Definitionssache. Laut Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) hätte man dem Erbbaurechts-Vertrag nicht zugestimmt, wenn darin nicht festgehalten wäre, dass es eine Gaststätte bleiben soll. Wenn jemand dort vertragswidrig handeln würde, könnten wir ihm das Erbbaurecht wieder entziehen oder nach dessen Ablauf 2025 nicht verlängern.

Stichwort: Betrieb liegt seit Februar still

Bis zum 1. Februar hatte Gregor Papavasileiou das Haus betrieben. Als es darum ging, dass die Eigentümer, Harald und Angelika Hess, den Fährmann verkaufen wollen, war der Grieche interessiert, ihn zu übernehmen. Dagegen sprachen allerdings unter anderem finanzielle Gründe. Nach Informationen der Eigentümer hatte das Haus dann von Manfred Stuhlmann vorübergehend übernommen werden sollen. Nachdem die Gemeindevertretung der Übertragung des Erbbaurechts an den Kaufinteressenten MC Facility zugestimmt hat, steht nun dem Verkauf des Fährmanns nichts mehr im Weg.

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