Zwölf Tage auf Luthers Wegen

Zum Lutherjahr: Fuldabrücker wanderte 420 Kilometer von Worms zur Wartburg

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In Begleitung zum großen Ziel: Tochter Stefani Ortmann, Hündin „Cara“ und Gerd Betz haben es bis an die Pforte der Wartburg in Eisenach geschafft. 

Fuldabrück. Wenn man einen längeren Spaziergang oder eine Wanderung unternimmt, sagt man oft, dass man gut zu Fuß sein muss. Sucht man sich aber eine Pilgerstrecke aus, auf der man in zwölf Tagen einen Weg von 420 Kilometern zurücklegt, gehört schon ein bisschen mehr dazu.

Dem Fuldabrücker Gerd Betz (75), pensionierter Berufsoffizier, haben es geschichtliche Wanderwege schon lange angetan. Auf den „Elisabethpfaden“ lief er sich vor einigen Jahren sozusagen schon mal warm für die ganz große Tour. Damals waren es „nur“ acht bis zehntägige Wanderungen mit insgesamt 320 Kilometern.

Die Strecke vom Reichstag in Worms bis zur Wartburg in Eisenach wurde im Mai anlässlich des „Lutherjahres“ in der Stadt Romrod (Vogelsbergkreis) offiziell der Öffentlichkeit vorgestellt. Betz ist damit der erste Pilger, der die 420 Kilometer lange Strecke bewältig hat. Auch ein entsprechender Wanderführer für die Tour ist schon auf dem Markt.

Entlang der Strecke, die er so geschichtsgetreu wie möglich nachlief, machte er hunderte von Fotos mit Motiven aus der Landschaft und von historischen Gebäuden, an denen der Reformator 1521 vorbeikam. Übernachtet hat er meist in örtlichen Pfarrgemeinden, Privatunterkünften und Pensionen. „Ich bin sehr dankbar für die vielen freundlichen und hilfsbereiten Menschen, die mich auf der Pilgertour unterstützt haben“, erzählt Betz. 

Ein besonderes Erlebnis hatte er in Hungen (Landkreis Gießen): „Ich wollte zum Übernachten zum Pfarrhaus und fragte an einem Kiosk nach dem Weg. Er wurde mir beschrieben, aber ich landete mitten in einer 200-köpfigen Hochzeitsgesellschaft, die mich zum Bleiben und Mitfeiern einlud. Das Pfarrhaus musste noch warten.“ Fragt man Betz nach seinen Vorbereitungen für die große Tour, meint er lächelnd: „Ich musste mich nicht besonders vorbereiten. Wandern ist mein Hobby. Wenn meine Frau mir frei gibt, ziehe ich los.“ 

Anders als bei der Bundeswehr, als er damals nur mit Karte und Kompass ausgestattet Märsche absolvierte, sagt er über seine heutigen Touren lächelnd: „Da habe ich mit Nothandy und GPS-System etwas aufgerüstet – und Karten lesen kann ich immer noch.“ Besonders hat es ihn gefreut, dass seine Tochter Stefanie Ortmann (45) und deren Hündin „Cara“ ihn die letzten 25 Kilometer bis zur Wartburg begleitet haben.

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