R1: Fuldatal fordert den Ausbau

Schlechter Zustand des Radwegs zwischen Wolfsanger und Simmershausen

+
Protest: Wiesen bereits im Frühjahr auf den schlechten Zustand des Radweges hin, Dr. Norbert Wett, Fraktionsvorsitzender der CDU Kassel-Stadt (vorn von links), Alexander Lorch, CDU-Vorsitzender Fuldatal, Stefan Kortmann, CDU-Vorsitzender Kassel-Wolfsanger, und Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) auf dem R1 unterhalb der Kragenhöfer Brücke.

Fuldatal. Der überregionale Fulda-Radweg R1 soll bei Radlern noch beliebter werden. Bis zu 100.000 Touristen sollen pro Jahr die 255 Kilometer lange Strecke nutzen. Um dies zu erreichen, wird 2014 eine Werbeoffensive gestartet.

Dies kündigte Holger Schach, Geschäftsführer vom Regionalmanagement Nordhessen, in der HNA am Donnerstag an.

Schön und gut, sagt Alexander Lorch, Vorsitzender der CDU Fuldatal. „Nur sollte der schlechte Zustand des Teilstücks zwischen Kassel-Wolfsanger und der Bundesstraße 3 in Simmershausen nicht vergessen werden.“ Dort sei der Radweg so schmal, dass sich Fußgänger und Radfahrer in die Quere kämen. Der Untergrund ist laut Lorch nicht befestigt sowie voller Schlaglöcher und Spurrillen.

Auch HNA-Leser Arnulf Wiegand, aktiver Freizeitradfahrer aus Fuldatal, weist in Reaktion auf den Bericht über die Vermarktung des Radwegs auf die „entscheidende Schwachstelle des ansonsten tatsächlich hochattraktiven Radwegs“ hin. Die rund sieben Kilometer zwischen Wolfsanger und der Espe-Brücke an der B3 seien wegen „des miserablen Zustandes für Radtouristen gefährlich“.

Aus diesem Grund wichen Radfahrer auf die parallel verlaufende Landesstraße aus, sagt Lorch. Um sich auch dort gefährlichen Situationen auszusetzen, wenn auf der kurvigen durch den Wald verlaufenden Straße Fahrzeuge die Radler bei Gegenverkehr oder andere Wagen überholten.

Diese Kritikpunkte führten Anfang November zu einem Beschluss aller Fraktionen in der Fuldataler Gemeindevertretung. Darin wird das Land aufgefordert, das zwei Kilometer lange Teilstück des R1 auf Fuldataler Gebiet auszubauen. Für den längeren Abschnitt in Wolfsanger ist Kassel zuständig, das für den Unterhalt vom Land eine Pauschale erhält.

Zwar hatte Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) nach eigenen Angaben bereits im Sommer mit Ministerpräsident Volker Bouffier über den problematischen R1-Abschnitt gesprochen. Dennoch hat sich bis heute nichts getan. Das zuständige Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung konnte gestern zum Sachstand keine Auskunft geben.

Der Kasseler Abschnitt des R1 zwischen Landhaus Meister und der Stadtgrenze zu Fuldatal „befindet sich in der Genehmigungsphase“, sagt Ingo Happel-Emrich, Pressesprecher der Stadt. Nach derzeitigen Berechnungen koste der Ausbau etwas über eine Million Euro. Derzeit werde mit dem Land über Zuwendungen verhandelt, und dann müssten die Haushaltsmittel der Stadt auch noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Dies vorausgesetzt, könnte laut Stadtsprecher mit dem Ausbau des R1-Teilstücks in der zweiten Hälfte 2014 begonnen werden.

Von Michael Schräer

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.