Mindestens zwei Monate wird es dauern, bis Bäume beseitigt sind

Fuldatal: Im Wald der Termenei werden Sturmschäden beseitigt

+
Schneisen im Wald: Seit vergangener Woche ist eine spezielle Holzernte-Maschine, genannt Harvester, dabei, die entwurzelten und abgebrochenen Bäume in der Termenei zu beseitigen. Die Arbeiten werden gut zwei Monate dauern.

Fuldatal. Die Schneisen, die Orkan Friederike im Januar ins Waldgebiet der Termenei in Fuldatal geschlagen hat, sind enorm und haben das Bild der Landschaft verändert. Jetzt haben die Aufräumarbeiten begonnen.

Mindestens zwei Monate wird es dauern, bis alle beschädigten Bäume beseitigt sind. In dieser Zeit sind die Gebiete, wo schweres Gerät zum Einsatz kommt, gesperrt.

Etwa 6000 Kubikmeter Holz sind bei dem Orkan zu Schaden gekommen, schätzt Harald Möller, Revierförster im Forstamt Wolfhagen. „So viel wird normalerweise in zehn Jahren geschlagen.“ Manche Waldbesitzer haben ihren gesamten Bestand verloren.

Die Gemeinde Fuldatal, das Land Hessen sowie etwa 15 Privatwaldbesitzer teilen sich das circa 150 Hektar große Waldgebiet der Termenei. Einer der Privatwaldbesitzer ist Karl-Georg Schäfer. Er besitzt auf Höhe der Heide fünf Hektar Wald. Mit seinen Eltern hat er die Fläche 1958 und 1962 aufgeforstet. „Die beiden Schläge sind jetzt komplett weg“, sagt der 74-Jährige. Zwei Hektar seines Waldes seien flächendeckend verschwunden. „Bis auf einzelne Bäume wurde hier alles umgehauen.“

Sturm Friederike: Wirtschaftlicher Schaden ist enorm

Der wirtschaftliche Schaden ist enorm. „Ein Verlust ist es auf jeden Fall“, sagt Möller. Denn derzeit wird der Markt mit Holz überschwemmt, die Preise fallen. Dafür kommen auf die Waldbesitzer in den nächsten Jahren vor allem Kosten für die Aufforstung und die Pflege der Flächen zu. Denn auch viele sogenannte Zukunftsbäume sind gefallen, sagt Schäfer. „Die Zukunft liegt für die nächsten Jahrzehnte um.“

Normalerweise wächst jedes Jahr durch Neupflanzungen Holz zu, aber der Zuwachs ist jetzt abrupt weg. „So ein Wald muss gepflegt werden“, sagt Revierförster Möller. Und es dauert 30 bis 40 Jahre, bis eine Fichte so weit gewachsen ist, dass ihr Holz als Bauholz genutzt werden kann. Fichte wächst dabei noch ziemlich schnell, Laubholz braucht mindestens 60 Jahre. Frühestens im Herbst, vermutlich erst im kommenden Frühjahr können neue Bäume gepflanzt werden.

Neben dem wirtschaftlichen Schaden durch Orkan Friederike droht noch ein weiteres Problem: Der Borkenkäfer findet derzeit die perfekten Bedingungen in den umliegenden Stämmen. Denn wenn ein Baum nicht mehr genug Saft hat, kann der Käfer gut anbohren und im Holz seine Brut ablegen. „Der Borkenkäfer kann bis zu drei Generationen im Jahr machen“, sagt Möller. Wenn es zu viele Käfer werden, befallen und schädigen sie auch gesunde Bäume. Sein Ziel: „Bis die zweite Generation fliegt, muss alles aufgearbeitet und aus dem Wald sein“, sagt Möller. So könne man das Risiko minimieren.

Er hofft nun auf wenig Regen, damit die Arbeiten zügig vorangehen und bis Juni alles geschafft ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.