Mädchen geht in Fuldatal zur Schule

15-Jährige aus Kassel auf dem Weg zur IS-Kämpferin?

Kassel/Fuldatal. Ein 15-jähriges Mädchen aus Kassel distanziert sich vom Vater und trägt nun Kopftuch. Der Vater, ein Deutscher, in Kassel geboren, schlägt Alarm.

„Ich habe Angst, dass meine Tochter nach Syrien abhaut.“ Auch die Gesamtschule Fuldatal, auf die die Schülerin geht, hat die Veränderung der 15-Jährigen jetzt an das Jugendamt gemeldet. Ihre Befürchtung: Das Mädchen, christlich erzogen, könnte für die Terrorgruppe Islamischer Staat radikalisiert werden. Mit dem Schreiben der Schule, das der HNA vorliegt, wolle man ein zu spätes Reagieren vermeiden, heißt es darin. Offiziell wollte sich die Schule nicht äußern.

Das Problem: Die 15-Jährige wohnt in Kassel, der Vater aber in Leipzig. Er glaubt, dass seine Tochter von ihrem Freund muslimischen Glaubens manipuliert wird. Auch deshalb sei er im Juli 2014 mit seiner Tochter von Kassel nach Leipzig gezogen, um sie dem Einfluss des Freundes zu entziehen. Dann sei es zu Problemen zwischen Vater und Tochter gekommen.

Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen habe er zugestimmt, dass die 15-Jährige nach Kassel ziehen kann und in einer Jugendeinrichtung untergebracht wird. Diese sehe derzeit keine Gefahr bei der Tochter, sagt der Vater. Er sieht das anders. Die Hausleitung wollte sich nicht äußern.

Die Radikalisierung von Menschen, die aus der islamistischen Szene nach Syrien reisen, ist nicht nur ein männliches Phänomen. Das zeigt auch das Beispiel der 19-jährigen Baunatalerin, die dorthin reiste (wir berichteten). Aus Deutschland sind laut Verfassungsschutz bereits mehr als 70 Frauen nach Syrien und in den Irak ausgereist. Bis zu 650 Islamisten sollen sich aus Deutschland auf den Weg gemacht. Kassel soll nach HNA-Informationen neben dem Frankfurter Raum ein Problemgebiet bei der Radikalisierung in Hessen sein. (mho)

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