Betreiber bangt um Kunden

Ärger um neues Parkverbot vor einzigem Dorfladen

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Hier herrscht jetzt eingeschränktes Halteverbot: An der Kasseler Straße in Simmerhausen, besonders betroffen davon ist der Dorfladen. Hinter dem Schild sind die zwei Parkplätze des Dorfladens zu sehen. 

Fuldatal. Nachdem die Gemeinde Fuldatal kürzlich einen Abschnitt der Kasseler Straße in Fuldatal-Simmershausen zur eingeschränkten Halteverbotszone erklärt hat, macht sich Thomas Meyer, der Betreiber des Dorfladens, große Sorgen.

„Ich habe Angst, dass uns deshalb jetzt die Kunden wegbleiben“, sagt der 50-Jährige.

Bisher war es kein Problem, direkt an der Simmershäuser Hauptstraße zu parken. „Wir haben jahrelang dafür gekämpft, die Impulskäufer, die den Dorfladen eigentlich nur vom Vorbeifahren kennen, als Kunden zu gewinnen“, sagt Meyer. Er befürchtet, dass wegen des eingeschränkten Halteverbots nun viele Autofahrer einfach weiterfahren und ihre Einkäufe in den großen Supermärkten erledigen – auch, weil es dort ausreichend Parkmöglichkeiten gibt.

Das eingeschränkte Halteverbot, das landläufig auch als Parkverbot bezeichnet wird, verbietet es, in dem Bereich länger als drei Minuten zu halten. Ausnahme: Ein- oder Aussteigen und Be- oder Entladen.

Der Dorfladen ist seit 2012 auf dem Grundstück einer alten Scheune angesiedelt und wurde damals mit 30 000 Euro aus Landesmitteln unterstützt. Auf dem Grundstück gibt es derzeit lediglich zwei eigene Stellflächen. Zwei weitere sollen demnächst folgen. „Normalerweise parken dort meine Mitarbeiter und ich“, sagt Meyer, der den 160 Quadratmeter großen Lebensmittelladen seit 2014 betreibt und vier Mitarbeiter beschäftigt.

„Ich hätte mir einfach gewünscht, dass die Gemeinde uns zumindest vorab informiert.“ So seien seine Kunden, Mitarbeiter und er vor vollendete Tatsachen gestellt worden. „Anwohner haben mir sogar schon angeboten, dass ich auf ihrem Grundstück parken darf, damit wir unseren Kunden einen Parkplatz anbieten können.“

Die Gemeinde Fuldatal teilt auf HNA-Nachfrage mit, das Aufstellen der Halteverbotsschilder sei auf eine verkehrsbehördliche Anordnung des Bürgermeisters als örtliche Straßenverkehrsbehörde geschehen. Der Grund: Autos und vor allem Busse sollten die Kasseler Straße möglichst uneingeschränkt nutzen können. Unter anderem verkehren Schulbusse in Richtung Grundschule und Linienbusse, zum Beispiel die Linie 40 (Kassel-Immenhausen), auf der wichtigen Ortsdurchfahrt. 

Das sagt die Gemeinde Fuldatal: 

Heike Möller, Leiterin des Ordnungsamtes in Fuldatal, sieht durch die Beschilderung keine Beeinträchtigung für den Dorfladen. „Das ist nicht erkennbar“, sagte sie auf Anfrage unserer Zeitung. Zumal Kunden die sechs gegenüberliegenden Parkplätze im Bereich der Sparkasse nutzen könnten. Auf den Flächen darf neuerdings nur noch zwei Stunden geparkt werden. So sei „sichergestellt, dass die Parkflächen nicht langfristig beparkt werden, so dass eine Vielzahl von Kunden über den Tag die Flächen nutzen kann“. Diese Zeit sei „ausreichend für Einkäufe, einen Kaffee oder eine Mahlzeit“. Durch das eingeschränkte Halteverbot sei zudem gewährleistet, „dass nur kurzzeitig Einengungen auf der Fahrbahn entstehen“. Dies sei für den Linien- und Schulbusverkehr sehr wichtig. „Die Kasseler Straße ist ein Nadelöhr“. Unfälle seien in dem Bereich in jüngster Zeit jedoch nicht passiert.

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