Sie absolvieren eine Lehre zum Maler und Lackierer 

Ausbildung mit Farbeimer und Pinsel

+
Bewältigen das Chaos auf der Baustelle: Lisa Friedrich und Marvin Ullrich sind bald Experten im Malern und Lackieren. Auch das Rausreißen von Fußböden und Aufräumarbeiten gehören für die zwei Auszubildenden zum Alltag. 

Fuldatal. Um sieben Uhr morgens steigen Lisa Friedrich aus Grebenstein und Marvin Ullrich aus Niestetal zu ihren Kollegen in den Bulli und freuen sich auf einen ereignisreichen Arbeitstag auf der Baustelle am Augustinum in Bad Wilhelmshöhe.

Was sie heute genau erwartet, wissen sie nicht, aber eines steht fest: Müdigkeit hat keine Chance, sie werden den ganzen Tag auf Trab gehalten.

Die zwei jungen Handwerker machen eine Ausbildung zum Maler und Lackierer bei der Firma Werner und Sohn in Fuldatal. Und dazu gehört weit mehr als nur ein paar Wände anzupinseln. „Unsere Aufgabe ist es auch, Fußböden rauszureißen und Teppiche neu zu verlegen“, sagt Marvin Ullrich. Dem 17-Jährigen gefällt der Abwechslungsreichtum und die körperliche Anstrengung an seinem Job. Er möchte später einmal den Malerbetrieb seines Vaters in Niestetal-Sandershausen übernehmen.

Tapezieren, spachteln und schleifen – um die Arbeit gut erledigen zu können, müssen die Lehrlinge richtig mit anpacken können. Das gilt für Mädchen und Jungen gleichermaßen. „Ich muss genauso mithelfen wie die Männer auch. Natürlich helfen mir meine Kollegen auch, wenn ich etwas nicht so gut tragen kann, aber das spielt eher selten eine Rolle“, sagt Lisa Friedrich. Die 20-Jährige wollte mal etwas ganz anderes machen als ihre Freunde und hat bereits mit 18 ein Praktikum in einem Malerbetrieb gemacht.

„Es macht einfach Spaß, am Ende des Tages zu sehen, wie sich ein Raum komplett verwandelt hat“, sagt sie. Als Mädchen müsse sie schon ab und an mal einen Spruch von den Kollegen einstecken – „aber wer das nicht ab kann und keinen Humor hat, braucht den Job gar nicht erst anzufangen“, erzählt die angehende Malerin und lacht.

Einblicke in Lebenswelten

„Es ist für unsere Auszubildenden ein schönes Gefühl, an bekannten Gebäuden im Kreis vorbei zu fahren und sich bewusst zu machen: Daran habe ich mitgearbeitet“, sagt Malermeister Sven Finger von Werner und Sohn. Mal ist es die Fassade eines mehrstöckigen Hochhauses, mal ist es das Wohnzimmer der alten Dame von nebenan – als Maler und Lakierer bekomme man zahlreiche Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten der Menschen.

„Außerdem ist man ganz oft an der frischen Luft und in Bewegung“, sagt Finger. Das ist auch für die Lehrlinge Lisa Friedrich und Marvin Ullrich ein ausschlaggebendes Argument für den Beruf. Trotzdem seien körperliche Fitness und handwerkliches Geschick nicht die einzigen Fähigkeiten, die ein Maler und Lackierer mitbringen muss.

„Man braucht auch ein gewisses Gefühl für Stil und Raumklima. Wir drängen die Kunden zwar nie zu einer bestimmten Wandfarbe, aber wenn jemand ein Zimmer komplett rot streichen lassen will, ermutigen wir ihn schon dazu, nochmal darüber nachzudenken“, sagt Marvin Ullrich mit einem Augenzwinkern. Auf der Baustelle im Augustinum werden gegen 17 Uhr Pinsel und Eimer eingepackt. Morgen müssen die zwei Azubis topfit sein – um sieben Uhr geht es wieder los.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.