Reiseberichte im Blog

Baunataler schickt Playmobilfiguren um die Welt

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In der Nähe der Volkssternwarte Rothwesten bei Fuldatal-Simmershausen: Johannes Kloss verschickt seine Figuren Hans (brauner Hut) und Paul (grüner Hut) seit sechs Jahren in alle Länder der Erde.

Fuldatal. Johannes Kloss schickt Playmobil-Figuren in alle Länder der Welt. Der Start eines Blogs war mit Geburt seiner Tochter vor sechs Jahren und ist bis heute erfolgreich.

Vor sechs Jahren kam Johannes Kloss Tochter zur Welt. „Damals wurde mir klar, dass es jetzt nicht mehr so einfach ist zu vereisen, also musste jemand stellvertretend für mich auf Reisen gehen“, sagt der 31-Jährige, der in der Behindertenhilfe arbeitet.

Weil er selbst in der Kindheit großer Playmobil-Fan war, entschied sich Kloss dafür, eine Spielfigur auf Reisen zu schicken. Er taufte sie Hans, seine erste Reise ging in die USA - von dieser kam er allerdings nie zurück. „Er ist im Postwesen verschütt gegangen“, sagt Kloss, der in Baunatal-Großenritte aufgewachsen ist und - nach mehreren Jahren in Stendal (Sachsen-Anhalt) - seit fast einem Monat in Kassel lebt.

In dieser Box vereisen die Playmobilfiguren in aller Herren Länder. Die Schlafsäcke hat ihnen einer der Gastgeber gehäkelt.

Kloss schickte einen Helfer, der Hans wiederfinden sollte, die zweite Playmobilfigur Paul. „In unserem Garten in Stendal haben sie sich dann zufällig wiedergetroffen“, sagt Kloss mit einem Augenzwinkern. Mitterweile sind die beiden ein eingespieltes Team, das die ganze Welt bereist. „Hans und Paul leben aus ihrem Rücksack, die Kamera haben sie immer dabei.“ Und das Blog, in dem Kloss chronologisch nach Ländern von den Reisen mit vielen Fotos berichtet, seit sechs Jahren erfolgreich ist.

Möglich machen das die Menschen, die die Figuren etwa in Australien, Neuseeland, Iran, Indonesien, USA, Polen, Schweden, Russland und auf die Malediven empfangen oder auf ihre Reise dorthin mitgenommen haben: Studenten, die zum Auslandssemester auf Reisen gehen (Südkorea), Touristen aus Deutschland, die den Iran bereisen und Menschen, die in Australien oder Polen leben und Kloss über seinen Blog kontaktieren.

„Anfangs habe ich die Gastgeber über das weltweite Postkarten-Tauschportal ,Postcrossing.com’ gefunden, mittlerweile läuft die Akquise nur noch über Facebook“, sagt Kloss.

Kennegelernt hat der 31-Jährige bisher nur eine Gastgeberin, eine junge Frau aus Taiwan. „Sie hatte Hans und Paul erst zu sich geholt, ein Jahr später war sie mit ihrer Schulklasse auf Deutschlandreise und hat mich in Stendal besucht. Es war ein total schönes Erlebnis.“

Mit vielen der Gastgeber, die in liebevoller Kreativität die Figuren auf den Fotos in Szene setzen, stehe er bis heute in Kontakt. „Wichtig ist mir, dass die Figuren nicht nur an touristischen Orten sind, sondern auch Teil des Alltags ihrer Gastgeber.“

Er wolle damit kein Geld verdienen, sondern anderen Freude bereiten - besonders seine Tochter macht er damit glücklich. „Sie möchte immer jeden neuen Blogeintrag vorgelesen bekommen.“ Ein anderer schöner Nebeneffekt: In den Paketen sind immer Süßigkeiten und andere kleine Andenken aus der ganzen Welt. Auch Kloss hat aus Stendal immer die Süßigkeit Tangermünder Nährstange mitgeschickt - eine nordhessisches Andenken sucht er noch.

Wer Hans und Paul mit auf Reisen nehmen möchte, die Kontaktdaten gibt es hier.

Playmobilfiguren reisen um die Welt

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