Gartenstraße wird saniert

Neue Kanäle in Wahnhausen: Baustelle mit vielen Hürden

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Arbeiten auf engstem Raum: Die Baggerführer leisten beim Ausschachten des neuen Kanals am Ende der Gartenstraße Maßarbeit.

Fuldatal. Wenn eine Straße auf ihrer ganzen Länge aufgerissen wird, bedeutet das für die Anlieger häufig eine Geduldsprobe. Das Grundstück ist kaum zugänglich, der Müllwagen und das Postauto kommen nicht mehr durch, das eigene Auto müssen die Betroffenen oft weit abseits parken.

Die Anwohner an und oberhalb der Gartenstraße in Wahnhausen trifft es besonders hart.

Diese Straße ist bereits Mitte Juni aufgerissen worden, doch die Arbeiten werden noch bis Ende des Jahres dauern. Denn wegen der engen Fahrbahn können neue Wasserrohre und neue Kanäle nur nach und nach verlegt werden, für den Neuaufbau und das Asphaltieren der Straßendecke gilt das Gleiche.

Kosten: Eine Million Euro

Der Zahn der Zeit hat schwer an Fahrbahn, Unterbau und Leitungen genagt. Die Kanäle und Wasserrohre sind etwa 60 Jahre alt. Vermehrte Wasserrohrbrüche seien die Folge gewesen, sagt Martin Knopp, Fachbereichsleiter Tiefbau der Gemeinde Fuldatal. Für eine Million Euro muss daher auf einer Länge von 450 Metern alles neu gebaut, müssen alte Bleileitungen herausgerissen werden.

Bis zum Schulgarten liegt die Wasserleitung schon. Doch weil die Gartenstraße von den Bewohnern oberhalb des Hangs als Verbindungsroute zur Bundesstraße an der Fulda genutzt wird, sind auch die Anlieger der angrenzenden Straßen von der Baustelle betroffen: Sie müssen rangieren, wenn sie mit dem Auto aus ihren Grundstücken kommen wollen. Denn die Zufahrten der Grundstücke sind häufig spitzwinklig auf die Fahrtrichtung Gartenstraße ausgerichtet. Zudem kommt diesen Autofahrern dann manchmal ein schwerer Baustellen-Lkw entgegen: Ständig muss Baumaterial herangekarrt werden, weil auf der Gartenstraße für eine Vorratslagerung schlicht kein Platz ist. „Das macht es kompliziert“, sagt Knopp.

Den Anwohnern spricht er ein großes Kompliment aus: „Die arrangieren sich gut mit der Situation.“ Auch gebe es keine Probleme mit der ausführenden Baufirma. Deren Arbeiter holten sogar die Mülltonnen an Sammelplätzen ab, weil der Müllwagen nicht mehr durchkommt.

Arbeiten unter Hochdruck: Polier Christian Döring (rechts) und Bauarbeiter Alex Meyer (links) verdichten in Höhe Schulgarten den Straßenunterbau über dem schon verlegten neuen Kanal.

Selbst die Tatsache, dass sie als erste Fuldataler moderne LED-Leuchten an ihrer Straße erhalten werden, wird aber viele Anlieger nicht über die erheblichen finanziellen Belastungen für den eigenen Geldbeutel hinwegtrösten. Sie könnten mit Beträgen von 6000 bis 22 000 Euro, je nach Grundstücksgröße, belastet werden.

Es sei noch „in der Diskussion“, ob die Anwohner mit einer Kostenquote von 50 oder 75 Prozent belastet werden. Das hänge davon ab, ob die Gartenstraße als reine Anliegerstraße (dann 75 Prozent Anliegerbeitrag) oder als Erschließungsstraße für das ganze Quartier eingestuft werde. Im letzteren Fall käme es die Anlieger günstiger.

Von Peter Dilling

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