Blindgängersuche an der B3 bei Fuldatal

Kampfmittelsuche: Feuerwerker Thomas Gierschke vom privaten Kampfmittelräumer GeoTec untersucht mit einem Metalldetektor einen der 500 Verdachtspunkte.

Fuldatal. Die Bundesstraße 3 zwischen den Fuldataler Ortsteilen Simmershausen und Wilhelmshausen gleicht derzeit einem Flickenteppich. Grund ist die Suche nach Blindgängern unter der Fahrbahn.

Die Kampfmittelsuche dient der Vorbereitung der geplanten Fahrbahnsanierung der B 3. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten in diesem Jahr stattfinden, doch die routinemäßige Abfrage beim Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen bei der Planung ergab, dass sich der Streckenabschnitt in einem Bombenabwurfbereich befindet. Außerdem waren dort zwei Flugabwehrstellungen stationiert. Der beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelte und für ganz Hessen zuständige Kampfmittelräumdienst (KMRD) wertete dazu Kriegsluftbilder aus und kam zu dem Ergebnis, dass sich in dem Gebiet Blindgänger unter der Straße verbergen könnten. Die geplante Sanierung der Fahrbahn musste auf das Frühjahr 2016 verschoben werden.

Im Mai wurde die Fahrbahn daraufhin systematisch mit Sonden abgesucht. Dabei wurden 500 Verdachtspunkte ausgemacht. Was sich genau an jedem einzelnen Punkt verbirgt, kann bei einer Sondierung nicht geklärt werden, sondern lediglich, dass sich dort ein metallischer Gegenstand befindet. Bestimmt werden können nur Durchmesser und Volumen des Objektes sowie die Tiefe, in der es liegt.

Seit Mitte August wird nun geprüft, was an den 500 Stellen unter dem Asphalt liegt. Bislang wurden etwa 350 Verdachtspunkte untersucht. Dazu wird die Straßendecke an jedem der Punkte geöffnet und mit dem Bagger schichtweise ein Loch ausgehoben. Ein Mitarbeiter des privaten Kampfmittelräumers GeoTec ist während der gesamten Arbeitszeit vor Ort. Er weiß, in welcher Tiefe der metallische Gegenstand liegt. Wenn der Bagger die Stelle freigelegt hat, prüft er, ob sein Metalldetektor ausschlägt. „Meistens handelt es sich einfach um Schrott oder das Gestein“, berichtet der Feuerwerker Thomas Gierschke.

Bislang wurden unter der B  3 lediglich Reste von Panzerfäusten sowie Hand- und Brandgranaten (kleines Bild) gefunden.

So ist es auch diesmal. Die Nadel des Detektors zeigt in der Grube keine Reaktion, schlägt allerdings aus, wenn Gierschke mit seinem Arbeitsgerät über den Geröllhaufen fährt, den der Bagger gerade ausgehoben hat. Von diesem Punkt geht also keine Gefahr aus. Auch sonst wurden bislang nur Reste von Panzerfäusten sowie Hand- und Brandgranaten gefunden. Wird die Stelle für unbedenklich erklärt, wird sie wieder zugeschüttet und verschlossen. „Das machen wir nur provisorisch, weil die Fahrbahndecke im kommenden Jahr ohnehin erneuert wird“, erklärt Baudezernent Volker Löwer von Hessen Mobil.

Die Arbeiten dauern noch bis voraussichtlich November an. Wie wahrscheinlich der Fund von Kampfmitteln bis dahin noch ist? „In einem Bombenabwurfgebiet wie diesem muss jederzeit damit gerechnet werden, Blindgänger zu finden“, sagt Gierschke.

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