Technik ist veraltet

Bundespolizei lässt Flugplatz in Fuldatal für zwei Millionen Euro erneuern

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Blickrichtung Süden: Auf dem Flugplatz wird der aktuell 50 mal 50 Meter große, viereckige Hubschrauberlandeplatz erneuert. Die Fläche ist auf unserem Bild eingeschneit und befindet sich am Ende der grauen Asphaltbahn links. Nach den Bauarbeiten soll der Landeplatz eine runde Form und einen Durchmesser von 50 Metern haben.

Fuldatal. Die Fliegerstaffel der Bundespolizei erneuert ihren Hubschrauberlandeplatz in Fuldatal-Ihringshausen (Kreis Kassel). Die letzte Renovierung liegt weit zurück.

Gründe für die voraussichtlich bis zu zwei Millionen Euro teuren Arbeiten gebe es genug, sagt Hans Bäuml, der bei der Bundespolizei für Landeplätze zuständig ist „Die Technik ist veraltet, die Markierungen sind überholt und es gibt neue Sicherheitsvorschriften“, sagt er.

Schließlich sei der Flugplatz zuletzt Ende der 1980er-Jahre auf Vordermann gebracht worden. Seitdem hätten sich die Anforderungen an Landeplätze in vielerlei Hinsicht verändert. So wird der Flugplatz neue Lichtsignale und Positionsmarkierungen erhalten und technisch auf den neuesten Stand gebracht. „An unserem Landeplatz gab es noch keinen einzigen Unfall“, sagt der Leiter der Fliegerstaffel, Thomas Nagler, „und wir wollen, dass das auch so bleibt.“ Deshalb freue er sich, dass der Flugplatz jetzt nach neuesten Sicherheitsaspekten modernisiert wird. 

Thomas Nagler

Geplant sind die Bauarbeiten in zwei Abschnitten: Zunächst werden die Landefläche und das Vorfeld im südlichen Bereich des Flugplatzes erneuert. Baubeginn ist voraussichtlich im Juni dieses Jahres. Dann wird der Start- und Landeverkehr um 200 Meter nach Norden verlegt. „Die Menschen in Ihringshausen und Simmershausen müssen sich aber keine Sorgen wegen der Lärmimmissionen machen“, betont Hans Bäuml, „an unseren Flugstrecken wird sich nichts ändern“.

Tanktasse schützt Grundwasser

In einem zweiten Bauabschnitt ist dann der nördliche Teil des Flugplatzes an der Reihe. Bereits in den kommenden Wochen, „sobald das Wetter mitspielt“, soll an der Tankanlage im nördlichen Bereich des Flugplatzes eine sogenannte Tanktasse eingebaut werden, also ein Rückhaltebecken, um das Grundwasser noch besser vor eventuell austretendem Kraftstoff zu schützen. Der Umbau geschieht auf Vorgabe des Fachdienstes Wasser- und Bodenschutz des Landkreises Kassel.

Hans Bäuml

Bevor die Bauarbeiten jedoch planmäßig beginnen können, müssen Kampfmittel-Experten vorab grünes Licht geben. Denn in der Nähe des heutigen Flugplatzes befanden sich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs mehr als ein Dutzend Munitionslager, die beim ersten großen Luftangriff auf Kassel am 3. Oktober 1943 mit Bomben übersät wurden.

Munition aus dem Weltkrieg

Später, als Teile Ihringshausens von Blindgängern und Kriegsmunition befreit wurden, sind die Kampfmittel in einen großen Explosionskrater, nördlich des Flugplatzes, eingefüllt und gesprengt worden. Durch die Detonation war ein Großteil der Munition aber mehrere hundert Meter weit geschleudert worden. Fachleute des Kampfmittelräumdienstes haben Bauarbeiten auf dem Bundespolizeigelände deshalb besonders im Blick.

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