Fuldatal rechnet mit Einsparungen

Busverkehr bald billiger: Angebot im Norden Kassels wird ausgeschrieben

Veränderungen: Die Buslinie 40 soll ab Dezember auch die Erler-Anlage anfahren. Verbindungen mit bislang wenigen Fahrgästen werden gestrichen, dafür kommen Fahrten zum Beispiel an den Wochenenden hinzu. Foto: Schräer

Fuldatal. Der jüngste Fahrplanwechsel im öffentlichen Nahverkehr ist kaum vollzogen, da geht es in Fuldatal bereits um den nächsten. Ab Dezember wird es laut Bürgermeister Karsten Schreiber einige Veränderungen bei den Buslinien geben mit erfreulichem Effekt für die Kommune und ihre Einwohner.

Unterm Strich verbessere sich das Angebot, gleichzeitig werde es für die Gemeinde auch noch billiger. Schreiber: „Mehr kann man nicht erwarten.“

So wird Fuldatal für das Busangebot in den sechs Ortsteilen der Kommune nach jetzigem Stand ab Dezember 200.000 Euro pro Jahr zahlen. Derzeit liegt der Zuschuss der Gemeinde bei jährlich 285.000 Euro. Der geringere Betrag gelte dann für die kommenden acht Jahre. „Diese Einsparung hilft uns als Schutzschirm-Kommune“, betont der Bürgermeister.

Erreicht wurde dies in Verhandlungen mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV), der eine Ausschreibung für die Buslinien im Kasseler Norden vorbereitet. Zum Dezember läuft nach acht Jahren der Vertrag mit der Bietergemeinschaft Surf aus.

Fest steht nach Ankündigung des NVV, dass sich der Kilometerpreis je Bus erhöht. Wie hoch dieser letztlich liege, sei erst nach erfolgter Vertragsvergabe klar. Dass Fuldatal dennoch weniger zahlt, liegt auch daran, dass einige Verbindungen von jenen sogenannten regionalen Buslinien bedient werden, die der NVV als Grundangebot komplett allein finanziert, wie Schreiber erklärt.

Dass das Grundangebot für Fuldatal verbessert wurde, sei auch ein Erfolg der Verhandlungen. Denn es könne nicht sein, dass immer mehr Zuschüsse und somit öffentliche Gelder an jene Kommunen mit Straßenbahn flössen, sagt der Bürgermeister. Klar zahlten die für ihr besseres Angebot auch mehr Geld, im Vergleich zu diesen „werden wir mit unseren Zuschüssen für die flexibleren Busse aber immer schlechtergestellt“. Fuldatals Protest hatte Erfolg.

Zu den Verbesserungen im Angebot ab Dezember gehörten drei zusätzlich angefahrene Haltestellen im Bereich der Erler-Anlage. „Damit wollen wir ein Zeichen setzen für Rothwesten, um die Konversionsfläche weiterzuentwickeln“, sagt Schreiber. Dann fahren in den Ortsteilen mehr Busse in den Abendstunden und an den Wochenenden. So sei ein längerer Einkauf in Kassel möglich „und Jugendliche kommen nach der Disco nach Hause“.

Als dritte Verbesserung sieht Schreiber, dass die Linie 42 nur morgens und abends über das Gewerbegebiet Dörnbergstraße fährt, tagsüber aber alle drei Stunden die Gesamtschule und damit das Waldschwimmbad anbindet, das bisher ohne Schulbusse im Sommer und in den Ferien gar nicht angebunden wurde.

Einige Fahrten entfallen ab Dezember. Zählungen hatten ergeben, dass in den Bussen wenige oder gar keine Personen saßen.

Das sagt der Landkreis

„Wir sind noch in der Phase der Vereinbarungen, Zahlen sind daher noch nicht belastbar“, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. Ob man das Angebot, von dem zum Beispiel Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber ausgehe, auch tatsächlich von den Busunternehmen bekomme, müsse die Ausschreibung zeigen.

Dass sich für Fuldatal der Zuschuss nach jetzigem Plan verringert, liegt laut Kühlborn vor allen Dingen daran, „dass fast alle Buslinien in Fuldatal regionale Linien sind“. Für diesen übergeordneten Regionalverkehr übernehme der NVV die Kosten. Dies treffe zum Beispiel für die Verbindungen Richtung Immenhausen und bis nach Hann. Münden zu. 

Von Michael Schräer

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