Am Samstag im Schwimmbad schwitzen 

"Nackt sind alle Menschen gleich" - Er vermietet einen mobilen Saunawagen

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Will Menschen zusammenbringen: Carsten Huhn fährt mit seinem selbst gebauten Saunawagen auf Veranstaltungen, man kann den Wagen aber auch mieten. Am Samstag ist er mit dem Saunawagen im Waldschwimmbad in Ihringshausen zu Gast. 

Fuldatal/Staufenberg. Carsten Huhn hat aus einem Bauwagen einen Saunawagen gemacht, den man mieten kann. Am Samstag steht der ungewöhnliche Wagen im Ihringshäuser Waldschwimmbad.

„Nackt sind alle Menschen gleich“, sagt Carsten Huhn. Egal, ob man Bankdirektor oder Hartz IV-Empfänger ist, nackt sieht man Menschen ihren sozialen Status nicht an. Genau das ist es, was Huhn so schätzt, und es war einer der Gründe für seine Entscheidung, sich selber einen Saunawagen zu bauen.

Schon als Kind ging der 46-Jährige regelmäßig jeden Dienstag mit seinem Vater in Kassel ins Stadtbad Mitte in die Sauna. Die Geschichte seines eigenen Saunawagens begann, als er die Abrissbirne in das alte Stadtbad rauschen sah. „Da hab ich gedacht, jetzt baust du deinen eigenen Saunawagen.“ Zu Hause angekommen zog er seinen Blaumann an und fing sofort an. Das war 2012, im Frühjahr 2014 war der Saunawagen fertig.

Stündliche Aufgüsse

Seither tingelt er mit dem Wagen durch das Land. Er war damit schon in Luxemburg, auf einem Festival in Franken, der Wagen stand zur Saisoneröffnung im Freibad Wilhelmshöhe und vielen anderen Freibädern der Region. Außerdem kann man den Wagen mieten, für Feste, den Kindergarten oder Junggesellen-Abschiede.

Am kommenden Samstag, 23. Juni, wird der Wagen im Waldschwimmbad Fuldatal stehen. Von 15 bis 20 Uhr wird es dort stündliche Aufgüsse geben. Das Aufgussmittel lässt sich Carsten Huhn extra in der Apotheke anmischen, „nur aus echten ätherischen Ölen, da kommt keine Chemie rein.“

Carsten Huhn hat über 1000 Arbeitsstunden und 13.000 Euro in seinen Saunawagen gesteckt.

In den umgebauten Bauwagen passen maximal 25 Leute, „bequem ist es mit bis zu 15 Menschen“, sagt Huhn. Insgesamt hat er etwa 1100 Arbeitsstunden und rund 13.000 Euro in den Umbau des Wagens gesteckt. „Da steckt ganz viel Liebe und Erfahrung drin“, sagt Huhn, der eigentlich gelernter Bankkaufmann und Erzieher ist.

Doch seine Leidenschaft gehört dem Bau und Umbau von Bauwagen. Seit 18 Jahren lebt er selbst in einem Bauwagen, auf circa sieben Quadratmetern. 2008 zog er in die 500 Jahre alte Fuldamühle in Spiekershausen. Dort stehen seine Wagen im Hof, dort lebt und baut er und dort lädt er auch immer wieder zu Veranstaltungen in den Saunawagen ein.

Jeder darf dazukommen, Sauna und Getränke stellt Carsten Huhn gegen eine Spende. „Ich weiß es zu schätzen, wenn Menschen daran teilhaben können, die es sich sonst nicht leisten können“, sagt Huhn. Der eine gäbe mehr, der andere weniger. Das Einzige, was man auf jeden Fall mitbringen müsse, sei Toleranz für andere. „Hier sollen Menschen miteinander reden, die sich sonst nicht sprechen würden.“

Zur Landtagswahl im Oktober möchte Carsten Huhn eine Veranstaltung unter dem Motto „Der heiße Stuhl“ mit allen Landtagskandidaten in seinem Saunawagen organisieren. Denn in der Sauna ließen sich die besten Verhandlungen führen. „In anderen Ländern ist das gang und gäbe.“

Kontakt: Carsten Huhn, Tel.: 05543/585310. E-Mail: post@circuswagenwelt.de.

Dieses Video ist ein Inhalt von Pro Sieben und wurde nicht von der HNA erstellt. 

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