Damit die Hummeln nicht mehr verhungern müssen

Fuldatal. Nabu-Mitglied Gerlinde Yakisikli hat sich mit dem mysteriösen Hummelsterben beschäftigt:

Woran sterben so viele Hummeln?

Die Ursachen sind vielfältig: Pestizide, Insektizide besonders mit dem Wirkstoff der Neonikotinoide, Varroamilbe, Parasit Nosema, Funkstrahlung, Bienenkrankheiten wie die amerikanische Faulseuche, Einfluss der Witterungsverhältnisse, fehlende nektarreiche Pflanzen, die auch im Spätsommer noch blühen. Aber auch Fressfeinde wie Insekten und Vögel, besonders Kohlmeisen, sind Ursachen fürs Hummelsterben.

Aber warum befinden sich gerade unter Linden so viele tote Hummeln? 

Bei diesem Phänomen unter Lindenbäumen ist der Grund, dass die Tiere vor Hunger sterben, da die Linden noch blühen, während andere Pflanzen bereits verblüht sind.

Wieso passiert das den Bienen nicht? 

Während Bienen gezielt durch Rund- und Schwänzeltanz Informationen über Futterquellen weiterleiten, sich auch Energiereserven für mehrere Tage speichern und dadurch Engpässe überbrücken können, informieren sich Hummeln untereinander recht rudimentär, indem sie durch Kosten und Geruch Informationen weitergeben, nur für wenige Tage Vorräte haben und dadurch gezwungen sind, auch mit leerem Magen auf Nahrungssuche zu gehen.

Wieso fühlen sich Hummeln von der Lindenblüte so angezogen?

Durch den intensiven Duft der Lindenblüten werden sie immer wieder angelockt und fliegen auch dann noch die Blüten an, wenn kaum noch Nektar zur Verfügung steht. Hummeln verweigern oft andere Blüten, wenn sie sich erst einmal auf eine Pflanze fixiert haben und es fällt ihnen schwer, sich auf eine andere Pflanze umzustellen, weil sie immer wieder lernen müssen, mit verschiedenen Techniken an den Nektar zu kommen. Dafür reicht ihre Kraft aber oft nicht aus und sie sterben an Hunger und Erschöpfung.

Wie kann der Mensch den Hummeln helfen? 

Da Linden gern an asphaltierten Straßenrändern gepflanzt werden, ein dichtes Kronendach besitzen, sodass Regenwasser nicht immer in ausreichender Menge die Wurzeln erreichen kann, sollten sie an besonders heißen Tagen von Juli bis September bewässert werden, um die Nektarproduktion zu steigern.

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