Anlieger lassen sich Laune nicht verderben

Weißwein gegen Baustellenfrust an der Veckerhagener Straße in Fuldatal

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Setzt auf Informationen gegen Baustellenfrust: Fuldatals Bürgermeister Karsten Schreiber lädt jeden letzten Freitag im Monat zu einem Baustellenspaziergang ein. 

Fuldatal. Seit Mai ist die Veckerhagener Straße in Fuldatal-Ihringshausen eine Großbaustelle. Wie kommen die Arbeiten voran und wie gehen die Anlieger damit um?

Wir haben uns vor Ort umgeschaut. Den kühlen, süffigen Weißwein, den Gastronom Lillo La Rocca am Freitagnachmittag an der Veckerhagener Straße ausschenkt, lassen sich die Fuldataler gern schmecken. 

Zusammen mit frischgebackener Pizza vom Blech macht sich da beinahe ein Hauch von La Dolce Vita breit, die berühmte italienische Lebensfreude, die weiß Gott nicht selbstverständlich ist zwischen aufgerissenem Asphalt, Baggern und der Tristesse einer Großbaustelle. Mit der haben die Gewerbetreibenden hier schon seit Wochen zu kämpfen, doch sie machen aus der Not eine Tugend, denn „anders geht es nicht“, wie Georg Kompenhans findet, dessen Schuh- und Sportgeschäft Ausgangspunkt von Bürgermeister Karsten Schreibers Baustellenspaziergang ist. Bereits zum dritten Mal informiert der Rathauschef so über den Stand der Arbeiten.

Dass Großbaustellen nicht selten auf die Stimmung schlagen, weiß er genau, und wartet deshalb nicht lange, um eine Portion Optimismus in die Runde zu schicken: „Wenn wir die Sanierung durch haben, werden wir hier eine sehr schöne Hauptstraße haben, eine Straße, die auch zum Verweilen einladen wird.“ Das sieht er offenbar nicht nur allein so. 

„Wir haben mehrere Interessenten für Leerstände, auch eine Ärztin hat Interesse bekundet, sich hier mit einer Praxis niederzulassen.“ Nicht beschönigen könne er allerdings Belastungen, die die Baustelle mit sich bringe. Vor allem Verkehrsführung und lange Ampelphasen führten immer wieder zu Beschwerden, doch „Veränderungen zeigen immer auch, dass etwas vorangeht“.

Stecken trotz Baustelle die Köpfe nicht in den Sand: Lillo La Rocca (links) und Georg Kompenhans.

Und das geht es tatsächlich: Im Bauabschnitt fünf im Hasenstock beispielsweise ist der Tiefbau fertiggestellt, hier geht es nun an die Straßenanlage. Im Bauabschnitt eins im Bereich der Kirche braucht es laut Schreiber bei der Verlegung neuer Leitungen Zeit, da viele Häuser angebunden werden müssen. In dieser Woche rechne er damit, wieder eine vorläufige Straßenoberfläche herstellen zu können. Wie „die neue Mitte“ aussehen könnte, wenn die Arbeiten voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres abgeschlossen sind, zeigt er anhand von Bildern und macht Mut: „Im Großen und Ganzen sind wir gut in der Spur.“ Dass die anliegenden Geschäftsleute trotz aller Widrigkeiten nicht den Kopf in den Sand stecken, zeigten Aktionen wie das Verteilen von Bratwürsten oder das Putzen von Brillen im sich aufstauenden Verkehr.

„Hier entstehen Ideen, um den Menschen zu zeigen, dass wir trotz Baustelle noch da sind“, freut sich Schreiber, der alle Verkehrsteilnehmer weiterhin um Verständnis für die Einschränkungen sowie um Beachtung der Verkehrsbeschilderung bittet. Trotz Bauarbeiten seien alle anliegenden Geschäfte, Dienstleister, Ärzte und die Apotheke erreichbar.

Aktuelle Informationen zum Baufortschritt und die jeweilige Verkehrsführung gibt es unter www.fuldatal.de.

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