Simmershausen

Dritter Anlauf: Neues Konzept rettet Dorfladen 

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Frisch verpackt: Der Simmershäuser Dirk Eberhardt kauft Brötchen und Brot bei Dorfladen-Mitarbeiterin Claudia Adamczyk.

Fuldatal. Lange sah es nicht gut aus für den Dorfladen in Simmershausen, jetzt betreibt Mit-Eigentümerin Verena Rueppell von der Grundstücksgesellschaft SRR das Geschäft selbst.

„Wir wollen den Dorfladen erhalten – und zwar langfristig“, sagt die 39-jährige Geschäftsführerin der neu gegründeten Unternehmergesellschaft, die nun unter dem Namen Dorfladen Fuldatal an der Kasseler Straße 17 firmiert.

„Wir wollen weg von Rewe, Lidl und Co.“, sagt Rueppell, „wir setzen jetzt auf Markthallenflair“. Um das 160 Quadratmeter große Geschäft vor dem drohenden Aus zu retten, liegt der Fokus jetzt auf Regionalität und Vielfalt. „Die Kunden sollen nicht nur hereinschauen, weil sie etwas vergessen haben, sondern bewusst vorbeikommen, weil es hier außergewöhnliche Produkte gibt“, sagt Rueppell.

Fisch aus Simmershausen

So gibt es im Dorfladen neuerdings Weinsorten aus Rheinland-Pfalz und Räucherfisch direkt aus Simmershausen. Käse, Joghurt und Milch werden aus Trendelburg und Simmershausen geliefert. Nudeln sowie Grill-Geflügel kommen aus Lohfelden. Das Fleisch besorgt Rueppell nach wie vor von Schlachtereien aus dem direkten Umland.

Auch die Café-Ecke soll Bestandteil des Ladens bleiben. Rueppell möchte das vor allem bei älteren Kunden beliebte Angebot sogar ausbauen. Einmal wöchentlich will sie mit ihren drei Mitarbeiterinnen einen Aktionstag anbieten, an dem es frische Waffeln, Donuts oder Muffins gibt. Jeden Mittwoch lädt sie außerdem zu einem Mittagstisch ein, freitags lässt das Dorfladen-Team die Woche mit einem Grillnachmittag ausklingen.

Rückblick: Im Januar hatte Pächter Thomas Meyer für viele Kunden überraschend seinen Rückzug für Ende März angekündigt. Meyer übernahm 2014 das Geschäft von Gisela Rueppell, die sich aus persönlichen Gründen zurückgezogen hatte. Eine Rolle für Meyers Rückzug spielte auch die im Dezember 2016 vor der Ladentür neu eingerichtete eingeschränkte Halteverbotszone. Der Pächter befürchtete, dass wegen des Parkverbots künftig Kunden wegbleiben könnten. Zugleich hatte SRR-Geschäftsführer Gerhard Sell Anfang des Jahres berichtet, dass die Grundstücksgesellschaft in den vergangenen vier Jahren durch den Laden einen Verlust in Höhe von 70 000 Euro eingefahren habe. Insgesamt hatte SRR bis dahin 180 000 Euro in den 2012 eröffneten Laden investiert. 30 000 Euro davon hatte das Land Hessen beigesteuert. Bedingung der Förderung war, dass der Laden fünf Jahre geöffnet bleibt. Diese Frist endet im Oktober.

Für Verena Rueppell spielt dieses Datum aber keine Rolle. „Ich habe so viel Geld und Arbeit investiert, das mache ich doch nicht für ein paar Monate“, betont sie und widerspricht damit Gerüchten, dass sie den Laden nur bis zur Förderfrist am Leben erhalten wolle. Zudem soll es bis Ende Mai auf dem Grundstück der ehemaligen Seeger-Scheune erstmals auch Kundenparkplätze geben, insgesamt seien sechs Stellflächen geplant, sagt sie: „Vieles ist in der Vergangenheit nicht gut gelaufen, aber jetzt müssen wir in die Zukunft schauen“.

Der Dorfladen hat montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr, samstags von 7 bis 13 Uhr durchgehend geöffnet.

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