Espenauer Ex-Bürgermeister Wielert hilft in Fuldatal als Kämmerer aus

Hilft aus: Michael Wielert, ehemaliger Bürgermeister von Espenau, ist als Kämmerer der Gemeinde Fuldatal vorübergehend eingesprungen. Wegen eines Bandscheibenvorfalls arbeitet er möglichst im Stehen. Foto: Schräer

Fuldatal. Das Personalkarussell dreht sich im Ihringshäuser Rathaus. Zwischenzeitlich ist Pensionär Michael Wielert aufgesprungen.

Dass der ehemalige Espenauer SPD-Bürgermeister seinem CDU-Amtskollegen Karsten Schreiber aushilft, ist einer Fuldataler Notsituation geschuldet. Denn plötzlich stand man ohne Kämmerer da. Und das in einer Zeit, in der es um den Haushalt 2015 geht.

Eigentlich hatte sich die Gemeinde laut Schreiber frühzeitig um einen Nachfolger für Kämmerer Manfred Ludewig gekümmert. Und das auch schon vor seiner Wahl zum Bürgermeister in Vellmar. Denn Ludewig sollte andere Aufgaben im Fuldataler Rathaus übernehmen, daher schrieb die Gemeinde die Kämmererstelle aus.

Ein Nachfolger wurde ausgewählt und über Monate von Ludewig eingearbeitet. Dann aber - zum Ende der Probezeit - warf der Mann, der aus der Privatwirtschaft kam, das Handtuch. „Er hat festgestellt, dass ein kommunaler Haushalt mit seinen speziellen Vorgaben und die Gremienarbeit mit Gemeindevorstand und Gemeindevertretung nicht sein Ding sind“, erklärt der Bürgermeister.

Als er plötzlich ohne Haushaltsexperten war und weil eine „Kommune ohne Kämmerer schlecht leben kann“, habe er bei der Kreisverwaltung um personelle Hilfe gebeten. Ohne Erfolg. Dann habe ihm jemand den Hinweis gegeben: „Ruf doch mal den Wielert an.“ Der sei vor seinem Bürgermeisterposten doch stellvertretender Kämmerer in Vellmar gewesen, „der müsste das doch können.“

Michael Wielert lag unter Palmen in Tunesien, als ihn Schreiber auf dem Handy anrief. Man habe ein Gespräch nach dem Urlaub vereinbart, sagt der 52-Jährige. Dann einigten sich beide auf einen Beratervertrag bis zum 31. März.

Klar habe er sich geschmeichelt gefühlt und diese „vorübergehende Sache ist reizvoll“, gibt Wielert zu. Auf Dauer sei das nichts, sonst hätte er sich nicht entschieden, als Bürgermeister kein weiteres Mal zu kandidieren.

Im Fuldataler Rathaus habe er offene Türen erlebt und Mitarbeiter, „die sich gefreut haben, dass jemand wieder auf dem Platz sitzt“, sagt der Espenauer. Auf die Sache hätte er sich aber nicht eingelassen ohne das gute Verhältnis zu Schreiber sowie zu Espenaus Kämmerer Albrecht Bertelmann und Ludewig. Letzteren habe er bei Fragen immer anrufen können. „Ich wollte ihn aber nicht nerven, der hat jetzt anderes zu tun“, sagt Wielert. Nur einmal „habe ich ihn wirklich gebraucht“.

„Das Zahlenwerk des Haushalts 2015 stand im Wesentlichen.“ Er habe nur noch „einiges Drumherum“ erledigen müssen. Ab Januar wird der Kämmerer auf Zeit „externe Berater mit Zahlen füttern für die Jahresabschlüsse 2009 und 2010. Die sind wichtig für den Haushalt 2015“.

Wielert ist nach einem Bandscheibenvorfall froh, wenn er nach der Bürozeit zu Hause die Beine hochlegen kann. Dort kümmert er sich auch um seine Feinkost, der Produktion von Essig und Öl.

Von Michael Schräer

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