„Wohlfahrtsgebäude“ auf Fritz-Erler-Anlage soll verkauft werden

Ex-Kaserne soll Urlauber locken

Neue Ideen: Das Begegnungshaus mit Blick auf den Reinhardswald könnte touristische genutzt werden. Innen gibt es einen Festsaal, der früher für Empfänge, Mannschaftsabende, Tanz- und Theaterveranstaltungen und insbesondere für Kinovorführungen genutzt wurde. Foto: nh

Fuldatal. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sucht einen Käufer für das historische Begegnungshaus auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten.

Das Gebäude soll gewerblich genutzt werden können.

Für das Objekt gilt das offene Angebotsverfahren, Kaufinteressenten können ein verbindliches Kaufpreisangebot bis Freitag, 14. August, abgeben: „Wir können uns alles vorstellen, Gastronomie, Hotelbetrieb oder ein Veranstaltungszentrum“, sagt Bima-Mitarbeiter Carsten Borsum auf HNA-Anfrage.

Das 1934 erbaute Haus im typischen repräsentativen Stil mit Rustikamauerwerk aus Buntsandstein stehe unter Denkmalschutz und sei sanierungsbedürftig, das Dach befinde sich in einem tadellosen Zustand. Für die Sanierung könnten Fördermittel beim Land Hessen beantragt werden. Insgesamt stehen 5000 Quadratmeter Grundstück und 1280 Quadratmeter Nutzfläche zum Verkauf. Das Gebäude verfügt über einen großen Festsaal, ist voll unterkellert und besitzt einen Verandagang zur Außenterrasse mit Blick auf den Reinhardswald. Das Areal ist erschlossen, ein Bebauungsplan, der das Gelände als Gewerbegebiet ausweist, liegt vor.

Der Flugplatz Rothwesten wurde in den Jahren 1934 und 1935 von der Wehrmacht zur Stationierung von Fernaufklärern der deutschen Luftwaffe errichtet. Die Bebauung und Ausstattung der vergleichsweise weiträumig gegliederten Anlage orientierte sich stark an den sozialen Bedürfnissen der dort stationierten Soldaten. Das Gelände umfasste Sozialeinrichtungen wie ein Freibad, eine Kantine und das vorgelagerte „Wohlfahrtshaus“, zu dem auch Besuchern Zutritt gewährt wurde. Künstlerisch gestaltete Elemente wie Plastiken und Kunstschmiedearbeiten wurden der baulichen Ausstattung des Geländes hinzugefügt.

Von 1940 bis 1945 bestand hier eine Flugzeugführerschule. Ab 1943 diente der Flugplatz auch als Einsatzlager für Nachtjäger und wurde als Zwischenstation für andere fliegende Verbände genutzt. Nach Kriegsende befand sich das Gelände bis Oktober 1972 unter Verwaltung der amerikanischen Streitkräfte, die den Rothwestener Flugplatz zunächst weiter ausbauten und bis April 1946 als Luftwaffenstützpunkt der Airforce nutzten. Später wurde der Flugplatz zur Basis von bodengebundenen Einheiten der US-Luftwaffe und des amerikanischen Heeres. Nach dem Abzug der Amerikaner zum 1. Oktober 1972 wurde die Liegenschaft einige Monate später an die Bundeswehr übergeben und 1975 in Fritz-Erler-Kaserne umbenannt.

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