Bisher kein Hinweis auf Brandstiftung

Feuer im Flüchtlingsheim in Fuldatal: Kripo ermittelt

Fuldatal. Die Ursache für den Brand am Freitag in einem Flüchtlingsheim in Fuldatal-Ihringshausen ist noch immer nicht geklärt.

Nach Angaben von Polizeisprecher Thorsten Werner hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Einen Hinweis auf Brandstiftung oder einen fremdenfeindlichen Hintergrund gebe es derzeit nicht, es werde aber in alle Richtungen ermittelt.

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Das Feuer war ersten Erkenntnissen zufolge in einem Abstellraum im Erdgeschoss des Verwaltungstrakts der Unterkunft ausgebrochen. Dort werden Haushaltsgeräte und Kleidung gelagert. „Ob eine achtlos weggeworfenen Zigarette oder ein technischer Defekt den Brand ausgelöst hatte, ist noch nicht geklärt“, sagte Werner. Bislang gebe es keinerlei Hinweise auf Brandstiftung von außen. Die Türen zu dem Abstellraum waren verschlossen.

Die Ermittlungen gestalten sich indes schwierig. Die Polizei habe mit der Befragung der Bewohner begonnen. Derzeit sind 120 von insgesamt 125 Plätzen in dem Flüchtlingsheim belegt. Wegen der sprachlichen Barrieren müssen Dolmetscher hinzugezogen werden. Vermutlich wird es noch ein bis zwei Tage dauern, bis neue Erkenntnisse vorliegen, sagte der Polizeisprecher.

Anfang des Jahres hatte Thomas Aleschewsky, Mitglied des Flüchtlingsrates aus Kassel, die „unhaltbaren Zustände“ und den mangelnden Brandschutz in der Flüchtlingsunterkunft kritisiert (wir berichteten). „Damals waren nicht alle Räume mit Brandmeldern ausgestattet, die Notrufknöpfe hatten nicht die richtige Farbe und ein Fenster hatte sich nicht öffnen lassen“, bestätigte Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Anfrage. Diese Mängel seien umgehend beseitigt worden. Bei erheblicheren Problemen wäre die Einrichtung laut Kreissprecher umgehend geschlossen worden.

„Es gibt jetzt in allen Räumen Rauchmelder und die vorgeschriebenen Notrufknöpfe sind ebenfalls vorhanden“, sagte Kühlborn. In dem betroffenen Abstellraum sei kein Brandmelder installiert worden. Dies sei auch nicht nötig gewesen, da in diesem Raum niemand schläft.

Glücklicherweise sei die Evakuierung reibungslos verlaufen. Nachdem ein Zeuge die Flammen von außen entdeckt und die Feuerwehr alarmiert hatte, seien noch dreißig weitere Notrufe der Bewohner eingegangen. „Es gab keine Gefährdung für die Menschen und das Feuer hat keine Auswirkungen auf die Unterbringung“, sagte Kühlborn. Das Flüchtlingsheim werde wöchentlich durch einen Hausmeister kontrolliert. Für die Bewohner habe keine Gefahr bestanden, sagte er abschließend.

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