Die ersten im Landkreis Kassel 

Feuerwehr Fuldatal alarmiert jetzt digital: So funktioniert die neue Technik

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Planten das Projekt: Gemeindebrandinspektor Mario Mellenthin und Kreisausbilder Sprechfunk, Stefan Finger. 

Fuldatal. Die Freiwillige Feuerwehr Fuldatal hat als erste im Landkreis Kassel von analoger auf digitale Alarmierung umgestellt. Wir erklären, wie die neue Technik funktioniert. 

Die Testphase und somit die Umstellung begann am 1. April und ist nun abgeschlossen. „Die Technik ist jetzt voll in unseren Einsatzablauf integriert“, sagt Gemeindebrandinspektor Mario Mellenthin. Er sieht ausschließllich Vorteile. 

Planung und Vorbereitung

Im November 2017 begann in Zusammenarbeit mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landes Hessen und der Leitfunkstelle Kassel die Planung für das Pilot-Projekt. Von Länderseite gab es Zuschüsse in Höhe von 80 000 Euro.

Die ins Leben gerufene „I&K Gruppe“, ein fünfköpfiges Team unter der Leitung von Mellenthin, programmierte die Geräte, schulte die 195 Einsatzkräfte an den sechs Standorten und stellte die Alarmpläne auf das digitale System um. Bedeutet: „Wegen der digitalen Geräte haben wir eine deutlich höhere Reichweite, es kommen mehr Kräfte zu den Einsätzen, das musste kooidiniert werden.“

Die Schulung beeinhaltete einen theoretischen Teil und probte den Ernstfall. Die Verteilung der Geräte habe drei Wochen gedauert, erklärt der Gemeindebrandinspektor.

Das Gerät

„Airbus Cassidian P8GR Tetra“ heißt das Gerät. Anders als der analoge, zeigt der digitale Melder auf einem Display Textnachrichten, die über den Einsatz informieren sowie die Empfangsstärke anzeigen. Das Gerät ist an das digitale Funknetz BOS, das einheitliche Netz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben der Bundesanstalt für Behörden, gekoppelt. Die Akkulaufzeit des Geräts beträgt zwei Tage. Die Einsatzkräfte können es sowohl mit Ton als auch mit Vibration nutzen.

Das neue Alarmiergerät: Der Airbus Cassidian P8GR Tetra.

Alarm und Einsatz 

Wird ein Alarm in der Zentrale gemeldet, erhalten die 195 Feuerwehrleute auf dem Display per Digitalfunk unmittelbar Informationen über Ort, Einsatzgrund und Zeit des Vorfalls per Textnachricht. Die Einsatz-Benachrichtigung wird von der Zentrale in Ihringshausen versendet. Die Einsatzkräfte können dann per Knopfdruck angeben, ob sie für den Einsatz zur Verfügung stehen.

Rot erscheinen dort die Namen, die nicht zur Verfügung stehen, grün die bereitstehenden Kräfte. „Das erleichtert die Planung enorm“, sagt Mellenthin.

Die Vorteile

„Wir haben nur positive Erfahrungen gemacht“, zieht der Gemeindebrandinspektor eine erste Bilanz. Durch die Umstellung auf die digitalen Melder habe man eine deutlich höhere Reichweite. „Wir erreichen jetzt alle Einsatzkräfte direkt“, sagt Stefan Finger, Kreisausbilder Sprechfunk. Die Einsatzleitung erfährt jetzt unmittelbar, ob der Alarm den Empfänger erreicht hat. Fuhren mit der analogen Alarmierung etwa zwei Drittel der Einsatzkräfte zum Einsatz, seien es heute nahezu 100 Prozent. Ein weiterer Vorteil: „Die Leiter können den Einsatz bereits auf der Hinfahrt planen, da sie wissen, wieviel Personal für den Einsatz bereitsteht“, sagt Mellenthin. Wie der Gemeindebrandinspektor erläutert, werden die örtlichen Sirenen nicht entfernt. Zur Alarmierung der Bevölkerung im Katastrophenfall und bei Bränden werden diese weiter benötigt.

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