Gebäude ist mietfrei - Umbau soll halbe Million kosten 

Flüchtlinge sollen in ehemalige Kaserne bei Fuldatal ziehen

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Fritz-Erler-Kaserne bei Fuldatal-Rothwesten

Fuldatal/Kreis Kassel. Neben der Pommern-Anlage in Wolfhagen setzt der Landkreis Kassel bei der Unterbringung von Flüchtlingen künftig auf eine weitere frühere Kaserne.

Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird ein Gebäude auf dem Gelände der einstigen Fritz-Erler-Kaserne bei Fuldatal-Rothwesten zu einer Unterkunft für Asylbewerber umfunktioniert. Das bestätigte Kreissprecher Harald Kühlborn am Freitag auf HNA-Anfrage.

Die Gemeinschaftsunterkunft soll Platz für 70 Flüchtlinge bieten. Laut Kühlborn laufen derzeit die Vertragsverhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Sie verwaltet deutschlandweit die alten Militäranlagen.

Dass die Flüchtlinge in das alte Mannschaftsgebäude einziehen können, ist einem Kurswechsel der Bundesregierung beim Thema Unterbringung zu verdanken: Sie hat die Bima angewiesen, die Gebäude für diesen Zweck mietfrei zur Verfügung zu stellen. Nur durch den Wegfall dieser Kosten sei es dem Kreis möglich, die Unterbringung auf dem Kasernengelände zu verwirklichen, sagte Verwaltungssprecher Kühlborn.

Die alten Militärgebäude in der Pommern-Anlage in Wolfhagen hatte der Landkreis vor Jahren gekauft. Diese Variante komme für Rothwesten aber nicht infrage, so Kühlborn. Unabhängig davon fallen hohe Kosten für die Herrichtung des Gebäudes 18, so die offizielle Bezeichnung der Unterkunft, an. Im Kreishaus kalkuliere man mit rund 500 000 Euro. Ein Sonderprogramm von Bund oder Land für den Umbau gibt es laut Kühlborn nicht: „Das muss aus den 530 Euro bestritten werden, die der Landkreis monatlich für jeden Flüchtling erhält.“

Das Gebäude 18 liegt in der Nachbarschaft einer früheren Panzerhalle, die vergangenes Jahr zu einem türkischen Hochzeitshaus umgebaut wurde. Nach Auskunft Kühlborns könnten weitere Gebäude auf dem weitläufigen Areal als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden. Sobald das Gebäude 18 bezugsfertig ist, werde man beim Kreis über die Kündigung des Vertrags über die wegen baulicher und hygienischer Mängel ins Gerede gekommene Unterkunft in Fuldatal-Ihringshausen entscheiden.

Von Peter Ketteritzsch

Archiv-Video: Desolate Zustände im Heim in Ihringshausen

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