Defizitbringer in Knickhagen wird an Pächter veräußert – Patzke will modernisieren

Freizeitzentrum Knickhagen wird verkauft

Bald neuer Eigentümer: Der bisherige Pächter Michael Patzke, der mit seiner Frau Michaela seit Jahren die Anlage betreibt, erwirbt das Freizeitzentrum von der Gemeinde. Foto : Schräer

Fuldatal. Ein lange umstrittenes und defizitträchtiges Kapitel geht in Fuldatal zu Ende: Die Gemeinde verkauft das Freizeitzentrum Knickhagen mit seinem Campingplat, der Gaststätte und der Pächterwohnung an die Pächterin Michaela Patzke.

Über den Kaufpreis bewahren Gemeindeverwaltung wie die Pächterin Stillschweigen. Der Betrag sei nicht so hoch, es sei schließlich kein Bauland, erklärte Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) auf Anfrage. Wie verlautete, soll der Verkauf schon in Kürze abgewickelt werden. Patzke will nach eigenen Worten in das Freizeitzentrum investieren. Beispielsweise sollten die veralteten Sanitäranlagen erneuert werden. Ob das auch für das Gaststättengebäude gilt, sei noch nicht entschieden, erklärte die Pächterin.

Das idyllisch am Ortsrand von Knickhagen gelegene Freizeitzentrum ist seit Jahren das Sorgenkind der Gemeinde und Verlustbringer. Die Pachteinnahmen deckten bei weitem nicht die Unterhaltungskosten, die das Gelände mit seinem kleinen Schwimmbad der Kommune verursachte. Seit 1976 seien fast eine Million Euro Defizit aufgelaufen, sagte Bürgermeister Schreiber. Vor Jahre machte die Anlage Negativschlagzeilen, als der damalige Pächter versuchte, das Freizeitzentrum zum Motorradcampingplatz umzugestalten. Es gab unter anderem Beschwerden wegen abendlichen Lärms. Dauercamper wurden vergrault. Ein weiterer Pächter gab schnell wieder auf.

Seit 2009, mit der Übernahme durch die jetzigen Käufer, ist offensichtlich wieder Ruhe in den Betrieb eingekehrt. Man habe bereits wieder einen Kreis von 50 Dauercampern aus de Region gewonnen, sagte Patzke. Man habe auch Publikum aus dem Dorf gewonnen.

Der Erfolg der jetzigen Pächter hat wohl auch die SPD-Fraktion bewogen, ihre frühere Skepsis gegen einen Verkauf des gemeindeeigenen Geländes aufzugeben. „Wir wollten sichertstellen, dass das Freizeitzentrum der Gemeinde als touristischer Anziehungspunkt erhalten bleibt“, sagte SPD-Fraktionschefin Jutta Gottschalk.

Von Peter Dilling

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