Fulda-Radweg R1: Löcherpiste bleibt in Fuldatal noch bis 2016

+
Miserabler Zustand: Löcher, Pfützen und Schlamm machen es den Radfahrern und Inlineskatern auf dem R 1 schwer. Häufig weichen sie auf Grünstreifen oder die parallel verlaufende Landesstraße aus.

Fuldatal. Was den Ausbau des überregionalen Fulda-Radweges R 1 betrifft, ist die Stadt Kassel der Gemeinde Fuldatal eine Radlänge voraus. So hat Fuldatal für das zwei Kilometer lange Teilstück auf Gemeindegebiet noch keinen Antrag beim Land auf Förderung der Baukosten gestellt.

Der Stadt Kassel hat das zuständige Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung aber bereits zugesagt, 80 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten zu übernehmen, die für die Ausbesserung des fünf Kilometer langen Abschnitts in Wolfsanger benötigt werden.

Das bestätigte jetzt Ministeriumssprecher Marco Kreuter: „Die Förderzusage für Kassel gibt es. Hier beläuft sich das geschätzte Baukostenvolumen auf etwa 1,8 Millionen Euro. Es fehlen lediglich ein paar Planungsunterlagen, dann sollte auch der Zuwendungsbescheid erfolgen. Für Fuldatal liegt uns derzeit kein Antrag auf Fördermittel vor.“

„Wir arbeiten daran“, sagte Karsten Schreiber (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Fuldatal. „Wir erstellen gerade für den Landkreis Kassel eine Schätzung in Bezug auf die Planungskosten. Wir gehen derzeit davon aus, dass diese ungefähr zehn Prozent der Gesamtkosten betragen werden, die sich für unseren Abschnitt auf etwa 580.000 bis 600.000 Euro belaufen werden“, so Schreiber.

Dass der Landkreis angeboten habe, sich mithilfe seiner Fördertöpfe eventuell an den Planungskosten zu beteiligen, freut Schreiber: „Wir sehen das als Chance, neben einem möglichen Zuschuss seitens des Landes weitere finanzielle Unterstützung zu bekommen.“ Parallel dazu werde die Gemeinde in Kürze beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung einen Förderantrag stellen. „Wir als Schutzschirm-Kommune hoffen, dass wir bezüglich der Ausbaukosten einen Zuschuss von mindestens 80 Prozent erhalten“, sagte Schreiber. Zudem müsste noch der entsprechende Haushaltsbeschluss für 2015 abgewartet werden.

„Der Ausbau ist für uns in diesem Jahr noch nicht realisierbar. Wir gehen davon aus, dass wir im nächsten Jahr den Zuwendungsbescheid erhalten und im Herbst / Winter 2015 mit den Planungen beginnen können. Im Frühjahr 2016 könnten wir dann das Projekt ausschreiben, den Sommer über bauen und wären dann eventuell im Herbst 2016 fertig“, erläuterte Schreiber.

Auf dem Kasseler Abschnitt des R 1 zwischen Landhaus Meister und der Stadtgrenze zu Fuldatal werden die Straßenbaumaschinen laut Petra Bohnenkamp deutlich früher anrollen: „Sobald das Baurecht vorliegt, wird begonnen, die Ausschreibungsunterlagen zu erstellen“, teilte die Pressesprecherin der Stadt mit. Ein Baubeginn noch 2014 sei eher unwahrscheinlich: „Zurzeit gehen wir von Anfang 2015 aus.“

Hintergrund: R 1 ist ein beliebter Radfernweg

Mit insgesamt 255 Kilometern ist der Fulda-Radweg R 1 Hessens längster Flussradweg. Er führt von Gersfeld in der Rhön über Fulda, Schlitz, Bad Hersfeld, Rotenburg, Melsungen, Kassel und Fuldatal nach Hann. Münden und dann weiter an der Weser nach Bad Karlshafen.

Der R 1 zählt nach Angaben des Regionalmanagements Nordhessen zu den 20 beliebtesten Radfernwegen Deutschlands und wurde 2012 als Qualitätsroute des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ausgezeichnet.

Kritik gibt es seit Längerem am schlechten Zustand des sieben Kilometer langen Teilstücks zwischen Kassel-Wolfsanger und der Espe-Brücke an der Bundesstraße 3 in Fuldatal-Simmershausen. Dieses führte im November 2013 zu einem Beschluss aller Fraktionen in der Fuldataler Gemeindevertretung, in dem das Land aufgefordert wurde, das zwei Kilometer lange Teilstück des R 1 auf Fuldataler Gebiet auszubauen. 

Von Sarah Rogge-Richter

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.