- Vermieter sagten immer wieder ab

Fuldatal: 24-Jähriger suchte zwei Jahre Wohnung

+
Die Möbel stehen schon: Atakliti Solomon räumt seine Ausbildungsunterlagen aus einem Umzugskarton. Der 24-Jährige aus Eritrea absolviert in Ihringshausen eine Ausbildung zum Karosseriebauer. 

Fuldatal. Leicht war es nicht für Atakliti Solomon, in Fuldatal eine Wohnung zu finden. Einige Vermieter wollten den 24-jährigen Flüchtling aus Eritrea offenbar nicht als Mieter haben.

Zweieinhalb Jahre lebte er in der Gemeinschaftsunterkunft in Ihringshausen-West, ein Großteil der Zeit mit mehreren Menschen in einem Raum. Das hat nun ein Ende.

Solomon, der 2011 vor der Militärdiktatur in seiner Heimat über Umwege nach Deutschland geflohen war, hat nun nach langem Suchen eine eigene Wohnung in Ihringshausen gefunden. „Ich kann es noch gar nicht glauben“, sagt der junge Mann, „endlich habe ich ein Badezimmer, ein Schlafzimmer und einen Kühlschrank nur für mich allein.“ Im Heim habe er sich eine Küche mit 100 Menschen teilen müssen. Deshalb geht mit dem Einzug in die eigenen Wände ein weiterer Wunsch für ihn in Erfüllung. „Die Wohnung ist für mich Luxus.“

Bereits im August hatte er eine Ausbildung zum Karosseriemechaniker im Fuldataler Autohaus Klein begonnen. „Mit der Lehre und der Wohnung bin ich hier nun vollständig angekommen“, sagt Solomon, der nach Feierabend Deutsch lernt.

Auch wenn der Unterstützerkreis für Flüchtlinge in Fuldatal seit Monaten schon Möbel für Solomon zwischengelagert hatte – ein Mietvertrag ließ lange auf sich warten. „Wenn die Vermieter mitbekamen, dass er aus Eritrea kommt, haben sie kurzfristig abgesagt“, berichtet Manfred Nikolai vom Unterstützerkreis, „und zwar mehrfach“.

Manfred Nikolai

Erst nach einem Zeitungsartikel über Solomons Ausbildung habe der Unterstützerkreis Erfolg auf dem Wohnungsmarkt gehabt. „Der HNA-Bericht hat uns dabei geholfen, eine Wohnung zu finden“, sagt Nikolai, der von einer „Fortsetzung einer erfolgreichen Integrationsgeschichte“ spricht.

Mit dem Unterstützerkreis sucht er nun nach weiteren Wohnungen für anerkannte Asylbewerber aus den Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises in Ihringshausen-West und Rothwesten.

Atakliti Solomon lebt nun in einer 37 Quadratmeter großen Dachgeschosswohnung in Ihringshausen. Zwei Zimmer, Küche, Bad kosten rund 300 Euro pro Monat. Mit Gehalt, Ausbildungsunterstützung und Kindergeld sei das „gut bezahlbar“, sagt Solomon, der sich nun ein weiteres Ziel gesetzt hat: den Führerschein. „Im zweiten Lehrjahr muss ich ja Autos in die Werkstatt fahren können“, sagt er.

Wer eine Wohnung vermieten möchte, kann sich an die Wohnungsakquise des Landkreises wenden, Tel. 0561/10031846.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.