Bessere Datenraten ab Anfang 2020

Fuldatal bekommt Glasfaser-Internet in zwei Ortsteilen

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Fuldatal von oben: Im Vordergrund ist das mit schnellem Internet recht gut versorgte Ihringshausen zu sehen. Links dahinter liegen Simmershausen und Rothwesten, die jetzt von der Deutsche Glasfaser ausgebaut werden, wenn mindestens 40 Prozent der Haushalte sich für einen Glasfaseranschluss entscheiden.

Fuldatal. Rosige Zeiten stehen Fuldatal in Sachen Breitbandversorgung bevor – allerdings zunächst nur für Simmershausen und Rothwesten.

Ab etwa Ende 2019/Anfang 2020 schon könnten die beiden Ortsteile über Glasfaser bis ins Haus mit Datenraten von bis zu 1000 MBit pro Sekunde verfügen. 100 MBit pro Sekunde sollen der Minimalstandard sein. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag hat Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) jetzt mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser mit Sitz in Borken (NRW) unterzeichnet.

Vorhaben komm erst ab 40 Prozent Anschlussquote zustande

Dieser Kooperationsvertrag stellt den ersten Schritt für den Breitbandausbau in Simmershausen und Rothwesten dar. In ihm verpflichtet sich die Gemeinde, einen Teil der Kundenakquise zu übernehmen. Denn erst bei einer sicheren Anschlussquote von mindestens 40 Prozent aller Haushalte in jedem der beiden Ortsteile wird sich das Ausbauvorhaben für die Deutschen Glasfaser rechnen. Für den eigentlichen Ausbau muss die Gemeinde dann keinen Cent mehr beisteuern. „Es handelt sich um einen rein eigenwirtschaftlichen Ausbau“, sagt Schreiber.

Kommune muss nichts zahlen

Ist die Anschlussquote von 40 Prozent in Form von Vertragsabschlüssen erreicht, wird die Deutsche Glasfaser den Breitbandausbau für beide Ortsteile beginnen. Für die Kundenakquise gibt das Unternehmen der Gemeinde rund acht Wochen Zeit – das Zeitfenster öffnet sich am 12. Mai und schließt sich am 9. Juli. Haushalte, die in diesem Zeitraum schnelles Internet bei der Deutschen Glasfaser buchen, „bekommen den Anschluss kostenlos“, sagt Schreiber. 

Der Anschluss beinhalte das Verlegen des Glasfaserkabels vom Bürgersteig durch den Vorgarten bis ins Haus hinein, wo das Kabel dann noch an eine Anschluss-Box montiert wird (siehe Information). „Anwohner, die sich erst nach dieser Frist für einen Anschluss bei der Deutschen Glasfaser entscheiden, müssen ihren Anschluss dann selbst bezahlen“, sagt Schreiber. Das würde dann etwa 150 bis 200 Euro kosten.

Flankierend zur Akquisephase wird die Deutsche Glasfaser in den Ortsteilen Simmershausen und Rothwesten Informationsmaterial an alle Haushalte versenden. Die Gemeinde lädt darüber hinaus zu Info-Veranstaltungen ein. Sie finden jeweils in den Dorfgemeinschaftshäusern Simmershausen und Rothwesten statt. • Mittwoch, 16. Mai: Haus der Begegnung, Simmershausen, ab 19 Uhr. • Dienstag, 22. Mai: Dorfgemeinschaftshaus Rothwesten, ab 19 Uhr.

Dabei wird ebenso über den Breitbandausbau als solchen, über technische Einzelheiten wie den Hausanschluss sowie über die buchbaren Breitband-Produkte der Deutschen Glasfaser (Internet, Fernsehen) und deren Tarife (sie liegen aktuell leicht höher als bei anderen Anbietern) informiert. Zudem wird in Rothwesten ab dem 19. Mai noch ein Servicepunkt eingerichtet (Reinhardswaldstraße 2, bei Rewe).

„Es gibt viele Gründe, sich Glasfaser bis ins Haus oder die Wohnung zu holen“, sagt Schreiber. Für jeden Eigentümer stelle der Glasfaseranschluss eine Wertsteigerung seiner Immobilie dar. Mit dem Glasfaserausbau soll die Gemeinde attraktiver gestaltet werden: „Ein leistungsfähiger Internetanschluss gehört zur Grundversorgung, damit sich Bürger in ihrer Gemeinde wohlfühlen sowie Unternehmen an ihrem Standort entwickeln und Arbeitsplätze schaffen können. Daher könne das Netz der Zukunft nur ein Glasfasernetz sein. www.deutsche-glasfaser.de

Information: Kein Garten muss aufgerissen werden

Beim Verlegen der Glasfaserkabel werden moderne Verfahren angewendet, die ein klassisches Aufreißen der Straße oder des Gehweges über weite Strecken überflüssig machen. Zur Anwendung kommen in der Regel das Spülbohr- oder das Fräsverfahren. 

Beim Spülbohrverfahren wird der Kanal für das Glasfaserkabel unterirdisch über weite Strecken mit einer speziellen Maschine gebohrt, beim Fräsverfahren wird ein nur schmaler und wenig tiefer Graben in den Gehweg gefräst, in den dann das Kabel eingelegt wird. In der Regel kann noch am gleichen Tag solch eine Baustelle wieder geschlossen werden. Beim Verlegen der Hausanschlüsse sind in den Gärten keine Grabungsarbeiten notwendig. 

Das Kabel wird vom Bürgersteig aus unterirdisch Richtung Haus „geschossen“. Dabei handelt es sich um einen mit Luftdruck getriebenen Verdrängungshammer. Gegebenenfalls muss nur eine kleine Zielgrube direkt an der Hauswand ausgehoben werden. Die notwendige Bohrung durch die Hauswand erfolgt vom Keller oder Erdgeschoss aus. Die Hauseinführung wird wasserdicht versiegelt. 

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