Kompromiss zwischen Bürgermeister und Mehrheitskoalition

Fuldatal: Kita-Streit scheint beigelegt

Ihre Betreuung wird teurer: Tristan (von links), Paulina, Simon und Charlotte in der Spielecke des Rothwestener Kindergartens, im Spiegel ist Kita-Leiterin Sabine Schaub zu sehen. Foto: Schräer

Fuldatal. Seit Monaten wird sich in Fuldatal über Betreuungszeiten und -gebühren der gemeindlichen Kindergärten gestritten.

Mehrfach wurde eine Entscheidung im Parlament vertagt. Jetzt zeichnet sich ein Kompromiss ab zwischen dem Gemeindevorstand mit Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) an der Spitze und der Mehrheitskoalition aus SPD und Grünen.

Unterm Strich werden sich die Eltern auf neue Berechnungsgrundlagen und höhere Gebühren einstellen müssen (siehe Hintergrund). Vorausgesetzt der zum wiederholten Male von der Verwaltung überarbeitete Entwurf wird während der kommenden Sitzung am Mittwoch, 10. Dezember, ab 19.30 Uhr im Fuldataler Forum mehrheitlich angenommen.

Danach scheint es jetzt auszusehen, glaubt man den Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen, Heidrun Gottschalk und Thomas Ackermann. In dem jetzigen Entwurf sieht Gottschalk einen Kompromiss, „in dem wir uns wiederfinden“. Dies sei bei den vorherigen Vorschlägen des Gemeindevorstands nicht der Fall gewesen.

Darin sollte sich die Betreuungsgebühr komplett nach einem Stundensatz von 1,20 Euro errechnen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass für einen Halbtagsplatz weniger als bisher zu zahlen gewesen wäre, sich ein Ganztagsplatz aber deutlich verteuert hätte.

Darin hatte der Bürgermeister eine gerechtere Kostenverteilung gesehen, schließlich seien die Betreuungsstunden gleichwertig, egal wie lange ein Kind die Einrichtung besuche. Es sei nicht zu vermitteln, warum umgerechnet ein Halbtagsplatz bisher 1,50 Euro pro Stunde koste und eine Ganztagsbetreuung umgerechnet deutlich unter einem Euro pro Stunde liege.

An dem generellen Stundensatz von 1,20 Euro hatten sich SPD und Grüne gestoßen. Schließlich wolle man die Attraktivität der Kommune und damit „die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken“, betont Ackermann. Daher dürfe man einen Ganztagsplatz nicht über Gebühr verteuern. Zumal die Kosten für Personal, Räume und Einrichtung fix seien, egal wie lange ein Kind betreut werde.

Daher sprechen sich SPD und Grüne weiterhin für einen Sockelbetrag aus, der neben den gebuchten Stunden in die zu zahlende Gebühr einfließt. Nachdem sich der Gemeindevorstand entsprechend bewegt habe, werde nach einer jetzt favorisierten Kostenrechnung der Halbtagsplatz um 8,3 Prozent teurer und der Ganztagsplatz um 18 Prozent. Nach dem zwischenzeitlichen Verwaltungsvorschlag hätte eine Ganztagsbetreuung 23 Prozent mehr gekostet als bisher, meint Gottschalk.

Bürgermeister Schreiber hofft, dass „endlich eine Entscheidung getroffen wird“. Mit dem Kompromiss werde ein Deckungsgrad der Betreuungkosten von 28 Prozent erreicht, immerhin sechs Prozentpunkte mehr als bisher.

Hintergrund: Gebühren steigen 

Nach entsprechender Parlamentsentscheidung sollen die neuen Gebühren für die Fuldataler Kitas bereits zum Jahreswechsel eingeführt werden. Allerdings voraussichtlich mit dem Januar als Übergangsmonat.

Künftig werden zwölf statt bisher elf Monatsbeiträge fällig. Ein Monat wird erstattet, sollten Kinder vier Wochen in den Sommerferien von den Eltern betreut werden.

Die Betreuung an fünf Tagen von 8 bis 12 Uhr kostet künftig 124 Euro / Monat (bisher 124 Euro / Monat), von 8 bis 13 Uhr 140 statt 134 Euro, von 8 bis 14 Uhr 156 statt 145 Euro und von 8 bis 16.30 Uhr 188 statt 168 Euro.

Die Gemeinde Fuldatal betreibt fünf Kindergärten in Ihringshausen, Simmershausen, Rothwesten und Wilhelmshausen. Insgesamt werden 330 Kinder ab einem Jahr betreut.

Für den Betrieb der Kitas werden in diesem Jahr laut Bürgermeister Karsten Schreiber über 2,2 Millionen Euro aufgewendet. Davon zahlt die Kommune rund eine Million Euro. (mic)

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