Strategien gegen Terror und Amok

Fuldatal: Sicherheitskräfte informierten sich über Spezialeinheit der Polizei

Fuldatal. Nach dem Anschlag auf einen Wagen der französischen Polizei im April in Paris hat die Bundesbereitschaftspolizei internationale Sicherheitspartner aus ganz Europa nach Fuldatal eingeladen.

Unter dem Titel „Komplexe lebensbedrohliche Einsatzlagen“ ging es am Dienstag und Mittwoch vor allem um den Umgang mit der Bedrohung durch Terrorismus. Dabei wurde auch die neue Spezialeinheit der Bundesbereitschaftspolizei, die BFE+, vorgestellt.

Dennis Goldbeck

BFE+ meint speziell geschulte, robuste Einsatzkräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE). Mit feuerfester Kleidung, Helmen mit ballistischem Schutz und einem Sturmgewehr bewaffnet sind sie Teil des normalen Einsatzgeschäfts der BFE und werden im Bedarfsfall zur BFE+. Es gehe darum, schneller und effizienter reagieren zu können, wenn etwas bei Großveranstaltungen wie Demonstrationen oder Fußballspielen oder an belebten Plätzen wie Bahnhöfen geschehe, sagt Dennis Goldbeck, Sprecher der Bundespolizeidirektion.

Auslöser war Charlie Hebdo

Auslöser für die Gründung des BFE+-Programms war der Anschlag auf die Redaktion des französischen Satire-Magazins Charlie Hebdo im Januar 2015. Im Dezember des gleichen Jahres hatte die erste BFE+-Einheit in Blumberg bei Berlin ihren Dienst aufgenommen. Weitere Standorte sind St. Augustin, Bayreuth, Uelzen und ab Ende Juni Hünfeld (Landkreis Fulda) mit je 50 Einsatzkräften.

„Wir müssen uns auf eine lang anhaltende terroristische Bedrohungslage mit Veränderungen bei der Tatbegehung und den Tatmitteln einstellen“, sagte Friederich Eichele, Präsident der Bundesbereitschaftspolizei. Neben Taktik, Führungs- und Einsatzmitteln, standen taktische Einsatzmedizin und die mentale sowie psychologische Prävention der Einsatzkräfte für Extremsituationen im Mittelpunkt des Treffens. 

Ein Mitglied einer BFE+-Einheit.

Rund 230 Führungskräfte und Experten der Bundespolizei, des Bundesamtes für Verfassungsschutz, der Bundeswehr, der 16 Länderpolizeien sowie internationaler Sicherheitspartner aus Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Polen und der Schweiz waren zum Erfahrungsaustausch nach Fuldatal gekommen.

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