Fuldatal: Viele wollten Second-Hand-Tore von Gemeinde

Hier soll es hin: Stefan Ullrich, Chef einer Gärtnerei in Ihringshausen, vor einem Anbau mit dem Waschraum für Gemüse, der mit einem der alten Sektionaltore verschlossen werden soll. Fotos: Schräer

Fuldatal. Alle alten Sektionaltore von der Fahrzeughalle der Wehr, von DRK und Baubetriebshof in Ihringshausen haben Abnehmer gefunden.

Mit dieser Resonanz hatte Uwe Vondermühl von der Gemeinde nicht gerechnet.

„Man wird immer wieder überrascht. Wir hatten sogar noch Interessenten für zehn Tore mehr." Als klar war, dass die Fassaden der Hallen saniert und die Tore erneuert werden sollten, fragten zwei Fuldataler in der Verwaltung an, was denn mit den alten passieren solle. So entstand die Idee, die ausrangierten Tore meistbietend abzugeben. Bis wenige Tage vor Fristende lagen allerdings noch keine Angebote vor.

Stefan Ullrich gehörte zu jenen, die sich kurz vor Toresschluss bei der Gemeinde meldeten. Jetzt vor dem Winter habe das Angebot gut gepasst, sagt der Chef einer Gärtnerei in Ihringshausen. Dennoch hätte er es fast verpasst. Am Abend des letzten Tages fiel es ihm wieder ein, schnell wurden noch Anbau und Schuppen ausgemessen, um 22 Uhr habe er dann sein Angebot per Mail verschickt.

Jeweils 500 Euro habe er für drei Tore geboten und auch den Zuschlag erhalten, sagt Ullrich. Kurz habe er sogar überlegt, alle Tore zu kaufen. Denn bei seinem an einer Seite noch offenen Geräteschuppen „passten genau acht Tore der Feuerwehrhalle rein“. Letztlich sei es aber nicht nötig, den Schuppen komplett zu schließen, meint Ullrich.

Zwei Tore vor einen Teil zu setzten und diesen mit einer Zwischenwand abzutrennen reiche. Dort wolle er später eine Werkstatt einrichten. Sein besonderes Interesse habe einem der beiden kleineren Tore vom DRK gegolten, sagt der Firmenchef. Dies soll jenen Anbau mit dem Waschraum abschließen, in dem Gemüse gereinigt wird.

In Eigenarbeit soll dort das Tor noch vor dem Winter montiert werden. Auch als Schutz vor der Kälte. Denn: „Wer will da bei Minusgraden arbeiten?“ Dass er mit seinem Gebot Erfolg hatte, freut Stefan Ullrich. „Für neue Tore zahlt man das Zehnfache.“

So rechneten wahrscheinlich auch alle anderen Käufer der gebrauchten Tore. Dies waren Gewerbetreibende und auch Privatpersonen, „zum Teil mit einem Nebenerwerbshof“, sagt Uwe Vondermühl. Ein Bieter habe gleich alle elf Tore kaufen wollen. Allerdings sei dessen Angebot nicht so hoch ausgefallen, sodass er letztlich nur zwei Tore bekam.

Die Käufer mussten die „fachgerecht ausgebauten und sauber auf Einwegpaletten zusammengepackten“ Torelemente selber abholen. Auch dies habe bisher bestens geklappt. „Unterm Strich eine positive Erfahrung“, meint Vondermühl. Die Gemeinde spare die Entsorgungskosten und nehme stattdessen noch Geld ein. Wie viel, will er nicht sagen. Es dürfte sich um einen niedrigen fünfstelligen Betrag handeln.

Von Michael Schräer

Hintergrund: Neue Tore werden per Funk gesteuert

 

Noch laufen die Arbeiten an der Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr Ihringshausen. Voraussichtlich bis Mitte nächster Woche werden Sven Behrens und seine Kollegen von der Kaufunger Firma Wollenhaupt auch die letzten Tore montiert und die Steuerungen installiert haben.

Vor dreieinhalb Wochen begann die Fassadensanierung. Zunächst musste ein Entsorgungsunternehmen einen Teil der Verkleidung aus Asbestschindeln und künstliche Mineralwolle entfernen, mit der die Pfeiler gedämmt waren. Dann folgten sukzessive der Aus- und Einbau der Tore - zunächst am Querbaum des DRK. Das schrittweise Vorgehen war erforderlich, um die Einsatzbereitschaft der Wehr sicherzustellen. Auch sollte die Fahrzeughalle aus Sicherheits- und energetischen Gründen nicht über Nacht offen stehen.

Die neuen Tore sind mit kratzfesten dreifachen Scheiben aus Kunststoff versehen. Isolierglas wäre zu schwer und sorge für Unfallgefahr, weil Risse entstehen könnten, sagt Monteur Behrens. Insgesamt fällt die Mechanik mit Motoren und Federn als Gewichtsausgleich schlanker aus als zuvor. Auch erfolge die Steuerung nicht mehr über Kabel, sondern über eine Sicherheitseinrichtung per Funk. „Verlegte Kabel könnten abgerissen werden“, meint der Monteur.

Insgesamt investiert die Gemeinde in die Fassadensanierung bei DRK, Wehr und Baubetriebshof mit insgesamt elf Toren 113.500 Euro. Alle Arbeiten sollen bis Ende Januar abgeschlossen sein. (mic)

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