Fuldataler Clemens Schöler verließ CDU-Fraktion nach über 25 Jahren

Es fiel ihm nicht leicht: Stefanie Roß-Stabernack (SPD), Vorsitzende der Gemeindevertretung, überreichte Clemens Schöler (CDU) nach seiner Abschiedsrede einen Blumenstrauß. Eine offizielle Verabschiedung aus dem Parlament soll in der letzten Sitzung des Jahres erfolgen. Foto: Schräer

Fuldatal. Es waren emotionale Momente am Ende der jüngsten Sitzung, als CDU-Mann Clemens Schöler vom Rednerpult aus seinen Abschied aus der Fuldataler Gemeindevertretung bekanntgab.

Der 62-Jährige gehörte dem Parlament über 25 Jahre an, jetzt zog er mit seiner Frau nach Kassel, konnte damit sein Mandat nicht mehr behalten.

Der Abschied fiel Schöler, der eine Apotheke in Wilhelmshöhe betreibt, sichtlich nicht leicht. Immer wieder stockte seine Stimme. Als „die Macht des Wortes, als Macht der Überzeugung“ habe er Politik verstanden. Auch wenn letzteres vielleicht nicht immer gelinge, da je nach politischem Standpunkt das gehörte Wort oft anders interpretiert werde. Dennoch hoffe er, „oft das richtige Wort gefunden zu haben“.

Der Respekt von der anderen Person und anderen Ideen sei sein Verständnis von Demokratie, auch wenn man sich in der Gemeindevertretung „sehr hart auseinandergesetzt“ habe. Und schließlich seien alle Gemeindevertreter mit ihrem Ehrenamt Diener der Bürger gewesen. Und zum Abschluss: „Liebe Kollegen, ich hatte eine schöne Zeit, ich hoffe Sie mit mir auch.“

Schöler habe sich seit seinem Eintritt ins Parlament am 1. April 1989 „leidenschaftlich eingesetzt“, meinte Stefanie Roß-Stabernack, Vorsitzende der Gemeindevertretung. Sie dankte ihm für sein „uneigennütziges Engagement“.

Thomas Ackermann (Grüne) sprach von einem Abschied „mit einer kleinen Träne im Knopfloch“. Er habe Schöler als Redner geschätzt.

An „schöne, konstruktive Dialoge“, die „immer eine Herausforderung“ gewesen seien, erinnerte sich Heidrun Gottschalk (SPD). Und: „Es hat Spaß gemacht, irgendwie werde ich es vermissen.“

Als letzter Redner dann Parteifreund Tore Florin, der Schöler 2011 nach 23 Jahren als Fraktionsvorsitzender abgelöst hatte. Mit seinem Eintritt in die CDU und in das Parlament hatte Schölers 1989 die Fraktion übernommen, war von da an Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, von 2006 bis 2010 als dessen Vorsitzender.

Seine Fußstapfen seien groß gewesen, meinte Florin. In der Nachfolge habe sich Schöler aber zurückgenommen, und „nur eingegriffen, wenn es nötig war“, sagte der jetzige CDU-Fraktionschef zum Abschied mit einem Kloß im Hals.

Von Michael Schräer

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