Übungen alle zwei Jahre

Unfall und Rettung aus Schacht: Fuldataler trainieren für Ernstfall

Schwerer Autounfall: Während die Rettungskräfte die Verunglückten aus dem Fahrzeug befreiten, beaufsichtigte Dirk Blankenberg (rechts) die Übung und machte sich allerlei Notizen.

Fuldatal. Sechs aufregende Einsätze gleichzeitig musste am Wochenende die Freiwillige Feuerwehr in Fuldatal meistern.

Während an der Kaserne in Rothwesten ein schwerer Verkehrsunfall passiert war, brauchte auch an der Staustufe Wahnhausen eine bewusstlose Person in einem Schacht dringend Hilfe. Gleichzeitig waren in einem brennenden Gebäude in Knickhagen zwei Menschen eingeschlossen.

Zum Glück waren alle Horrorszenarien nur Übungen. Bei einem Zirkeltraining probten am Samstag sechs Mannschaften mit jeweils neun Leuten den Ernstfall. „Früher war die Aufgabe der Feuerwehr die Brandbekämpfung“, sagte Gemeindebrandinspektor Stephan Bader. Nach und nach seien die Aufgaben der Brandschützer viel umfangreicher geworden, erklärte er.

So sei zum Beispiel die technische Hilfeleistung hinzugekommen. Während des Zirkeltrainings legten Stefan Finger und Mario Fahlbusch, die sich als Organisatoren die Einsätze ausgedacht hatten, besonderen Wert auf realitätsnahe Szenarien. Deshalb wurden auch Unfalldarsteller eingesetzt.

So wie bei dem Autounfall, wo eine Radfahrerin (Jenny Förster) erfasst wurde und einen offenen Armbruch erlitt. Jeanette Fritz von der Ortsteilwehr aus Wilhelmshausen kümmerte sich sofort um die Verletzte. Sie leistete erste Hilfe, während ihre Kollegen die beiden Personen aus dem umgekippten Auto befreiten. Um an die Verletzten zu kommen, mussten sie die Heckscheibe des Autos sprengen. Währenddessen stand die Sicherheit aller Personen immer an erster Stelle.

Brandverletzungen: Die Brandschützer Johanna Beer (hinten links) und Frank Stöpel kämpften sich zu den vermeintlich Verletzten vor, die von Christina Böger und Jochen Radke gemimt wurden. Fotos: T. Hartung

Dirk Blankenberg beaufsichtigte die Übung und machte sich allerlei Notizen, um hinterher zu besprechen, was noch besser werden muss. Beim nächsten Einsatzort galt es zwei Menschen aus einem brennenden Haus mit hoher Rauchentwicklung zu retten. Dabei kamen die Atemschutzgeräte der Brandschützer zum Einsatz. Außerdem konnten sich Johanna Beer (22) und Fank Stöpel (32) von der Ortsteilwehr Wahnhausen nur auf dem Boden robbend vorantasten, weil weiter oben die eigene Hand vor Augen nicht zu erkennen war.

An den weiteren Stationen gab es Hilfeleistung im Rettungsdienst, einen Gefahrgutunfall und eine eingeklemmte Person, die befreit werden musste. „Die Einsätze laufen immer gleich ab“, erklärte Bader. Nach Eintreffen erkunde zuerst der Einheitsführer die Unfallstelle und erteile dann den Einsatzbefehl an die Mannschaft, sagte er. Auch bei Übungen müssten die Feuerwehrleute stets die volle Schutzbekleidung tragen.

Um für jede Lage gewappnet zu sein, findet das Zirkeltraining alle zwei Jahre statt. Das sei wichtig, damit die Zusammenarbeit der sechs Fuldataler Ortswehren im Ernstfall gut funktioniere, so der Gemeindebrandinspektor. Während des Trainings wird darauf geachtet, dass die Brandschützer genügend essen und trinken. „Wir wollen ja nicht, dass jemand umfällt und aus einer Übung der Ernstfall wird“, sagte Stephan Bader. Um die Verpflegung kümmerten sich die Kameraden aus Wilhelmshausen.

Von Tina Hartung

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