Drei Häuser für Erstaufnahme könnten schon im November bezogen werden

Fuldataler Fritz-Erler-Anlage: Erste Flüchtlinge kommen bald

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Infrastruktur schaffen: Tiefbauer verlegen Wasser-, Gas- und Stromleitungen, um die Versorgung in den ehemaligen Kasernengebäuden zu gewährleisten.

Fuldatal. Die Arbeiten auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage in Fuldatal-Rothwesten gehen voran. Mitte November könnten nach Informationen von Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU) die ersten Flüchtlinge in der Erstaufnahme untergebracht werden.

Einen konkreten Bezugstermin gibt es noch nicht. „Das Hessische Baumanagement arbeitet unter Hochdruck, damit die Gebäude noch vor Jahresende fertig sind“, sagte der stellvertretende Pressesprecher des hessischen Finanzministeriums, Moritz Josten, auf Anfrage. Die Behörde mit Sitz in Wiesbaden ist für die Prüfung und Beschaffung der Immobilie zuständig.

Aktuell sind die Tiefbauer vor Ort. Sie schließen die ersten drei Gebäude an die Wasser-, Strom- und Gasleitungen an. Dort sollen noch in diesem Jahr die ersten 450 Menschen einziehen. Momentan werden die Gebäude noch über Flüssiggas beheizt, um die Häuser von der Feuchtigkeit zu befreien. Derweil prüft das Hessische Baumanagement weitere Gebäude auf dem Gelände. Insgesamt will das Land Hessen dort mindestens 900 Menschen unterbringen.

Das Regierungspräsidium Kassel soll künftig für die Organisation der Erstaufnahme verantwortlich sein. „Üblicherweise ist das RP Kassel für die Objektleitung zuständig“, bestätigte RP-Sprecher Michael Conrad. Für alle Vorbereitungen, bis die Gebäude bezugsfertig sind, ist das Hessische Baumanagement verantwortlich, die wiederum dem Hessischen Finanzministerium unterliegen.

Wo die Menschen herkommen, die künftig in der Erstaufnahme untergebracht werden, ist nicht bekannt. Diese Entscheidung obliegt dem Regierungspräsidium Gießen, das federführend für die Erstaufnahme von Flüchtlingen in Hessen zuständig ist. Bevor bekannt wurde, dass Rothwesten als Standort geeignet ist, hatte der Landkreis bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), dem Vermarkter der Fritz-Erler-Anlage, bereits Gebäude für weitere Unterkünfte reserviert. Bedingt durch die höheren Standards der Unterkünfte will der Kreis nun doch nicht in direkter Nachbarschaft zur Erstaufnahme weitere Häuser betreiben, bestätigte Kreissprecher Kühlborn.

Fuldataler bieten ihre Hilfe an 

Viele Menschen in Fuldatal wollen sich für Flüchtlinge engagieren. Rund 60 Ehrenamtliche haben sich bei der Gemeinde gemeldet und ihre Unterstützung zugesagt, berichtete Bürgermeister Karsten Schreiber. Derzeit werde an einem Konzept gearbeitet, um der Flüchtlingshilfe Struktur zu geben. Geplant sind fünf Arbeitsgruppen in den Bereichen Sprache, Bildung, Sport, Betreuung und Familienpatenschaft.

Bei einem ersten Infoabend wurde zunächst über Möglichkeiten und Grenzen der Hilfe gesprochen. Ziel ist es, dass die Arbeitsgruppen sich selbst organisieren und einen Sprecher mit der Kommunikation zwischen Landkreis, Gemeinde und den Arbeitsgruppen beauftragen. Die Hilfsangebote sollen sowohl für die Erstaufnahme als auch für die Gemeinschaftsunterkünfte realisiert werden.

Unterkunft in Ihringshausen

Die Gemeinschaftsunterkunft im Fuldataler Ortsteil Ihringshausen wird seit dem 1. Oktober vom Landkreis Kassel selbst betrieben. Die Einrichtung wurde bislang, als einzige Flüchtlingsunterkunft des Landkreises, von der Human Care GmbH aus Bremen privat geführt. Eigentlich sollte das Flüchtlingsheim zum Ende des Jahres geschlossen werden. Als Ersatz hatte die Behörde vor wenigen Wochen eine neue Gemeinschaftsunterkunft an der Sonnenallee auf dem Gelände der Fritz-Erler-Anlage in Rothwesten eröffnet (wir berichteten). Aufgrund der aktuellen Entwicklungen ist die Schließung der Unterkunft in Ihringshausen aber erst mal vom Tisch. „Sollte eine Gemeinschaftsunterkunft geschlossen werden können, wäre die in Ihringshausen die erste“, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn.

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