Ehemaliger militärischer Stützpunkt

Fuldataler sammelt Erinnerungen an einen Fliegerhorst in Rothwesten

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Das Wirtschaftsgebäude: Die Aufnahme aus dem Jahr 1935 zeigt den Komplex mit dem Uhrtürmchen (links), das heute unter Denkmalschutz steht. Es wurde 1934 als Fliegerhorst Rothwesten gebaut, nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst von der US Army und dann von 1972 bis 2008 von der Bundeswehr genutzt.

Fuldatal. Der Fuldataler Klaus Brandstetter sammelt Exponate zur Geschichte des militärischen Stützpunktes in Rothwesten. Inzwischen sind es fast 1000 Stück.

Interessiert betrachtet Klaus Brandstetter ein Fotoalbum aus der Zeit, als die deutsche Wehrmacht noch einen Fliegerhorst in Rothwesten unterhielt. Das Album ist eines der fast 1000 Exponate, die der 52-jährige Fuldataler seit 2011 gesammelt oder gekauft hat, um die interessante Geschichte eines der ersten deutschen Fliegerhorste zu dokumentieren und der Nachwelt zu erhalten.

„1935 gehörte der Fliegerhorst Rothwesten zu den modernsten Anlagen Deutschlands und war Vorzeigeobjekt der Luftwaffe“, bestätigt der Hobbyhistoriker, der 1986 selbst in der Fritz-Erler-Kaserne seinen Wehrdienst bei der Nachschubkompanie 40 abgeleistet hat.

Als der größte Bundeswehrstandort Nordhessens Ende 2007 endgültig geräumt wurde, standen die ehemaligen Kasernengebäude leer und Brandstetter wurde neugierig.

„Ich fand es schade, dass die Geschichte des Fliegerhorstes in Vergessenheit geraten sollte“, sagt der Geschichtsinteressierte. „Immerhin hat Rothwesten enorm von dem Standort profitiert“.

Leidenschaftlicher Sammler: Alles, was Klaus Brandstetter über die Vergangenheit des ehemaligen Fliegerhorstes Rothwesten bekommen kann, landet in seiner Ausstellung. Darunter auch Feldpostbriefe aus dem Zweiten Weltkrieg oder Erinnerungsalben von Soldaten, die in Rothwesten gedient haben.

Während der Zeit des Nationalsozialismus waren im Kasernenbereich rund 1200 Soldaten stationiert. Nach Kriegsende kamen amerikanische Truppen, die das Areal zunächst als Fliegerhorst nutzten, später aber Antennen aufbauten, um den Osten abzuhören. Nach dem Abzug der Amerikaner bezog 1986 die Bundeswehr das rund 150 Hektar große Gelände mit 60 Gebäuden, darunter Unterkünfte aus den 1930-er Jahren, Verwaltungs-, Versorgungs- und Freizeitgebäude bis hin zu Werkstätten, Flugzeughallen und modernen Instandsetzungshallen. Zu dieser Zeit dienten hier zeitweise mehr als 1800 Soldaten.

Eine durchaus interessante Geschichte, die Klaus Brandstetter mit zahlreichen Publikationen, Bildern und Alltagsgegenständen aus den verschiedensten Epochen auf einer Ausstellungsfläche von gut 200 Quadratmetern wieder lebendig werden lässt. Neben Einrichtungsgegenständen, einem Feldbett, Feldpostbriefen und einer vollständig eingerichteten Stube aus Bundeswehrzeiten präsentiert er auch ein komplett saniertes Militärmotorrad vom Typ Herkules, das ab 1979 von Kradmeldern der Bundeswehr genutzt wurde.

„Die meisten Gegenstände bekomme ich aus dem Internet“, sagt der Sammler, der aber auch so manche Exponate ehemaliger Soldaten aus Deutschland und Amerika erhielt, die in Rothwesten gedient hatten.

Die Ausstellungsräume im Haus Posen, wo auch das Währungsmuseum untergebracht ist, öffnet jeden zweiten Samstag im Monat von 13 bis 17 Uhr seine Pforten für interessierte Besucher.

Kontakt: Klaus Brandstetter, Telefon 05 61/8 90 53 23.

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